Wir und unsere Partner

Wir über uns

Das Informationsbüro Nicaragua gehört zu den ältesten Organisationen der Nicaragua- Solidaritätsbewegung. Historisch gesehen lassen sich folgende Gründungsdaten dieser Bewegung festhalten: das erste Treffen der Nicaragua-Soligruppen aus Wuppertal, Hamburg, Göttingen und Berlin im April 1978, die erste Ausgabe der Nicaragua Nachrichten im Mai 1978, gemeinsam herausgegeben von den Nicaragua-Solidaritätskomitees der BRD und Westberlin, produziert durch das Büro Nicaragua in Wuppertal, und im August 1978 die formale Vereinsgründung des Informationsbüro Nicaragua. Die Geschichte des Informationsbüros war bis in die 90er Jahre eng verknüpft mit den Konjunkturen der Solidaritätsbewegung zu Mittelamerika und speziell zu Nicaragua. (1)

Heute liegen unsere Arbeitsschwerpunkte im Bereich der entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationsarbeit zu Lateinamerika und in der Zusammenarbeit und Förderung von Basisinitiativen in Nicaragua. Wir stellen Informationen bereit, geben Publikationen heraus, erstellen Bildungsmaterialien, unterhalten ein Dritte-Welt-Archiv, vermitteln Referent_innen, führen Besuchsreisen mit lateinamerikanischen Aktivist_innen durch und organisieren Aktionen, Veranstaltungsreihen, Schul-/ Jugendgruppenworkshops und Seminare.

Seit jeher hat das Informationsbüro Nicaragua internationalistische Debatten angeregt und sich nicht nur mit Nicaragua-spezifischen Themen auseinandergesetzt. Unsere Themen sind: Antirassismus und Migration, Freihandel, Privatisierung, Arbeits- und Lebensbedingungen in den Ländern des globalen Südens, Fragen der sozialen Sicherheit im globalisierten Kapitalismus, Gender und reproduktive Rechte, sowie ökologische Zukunftsfähigkeit. Themen, die wir anhand unserer Einblicke und Kontakte in Nicaragua und Lateinamerika exemplarisch für Menschen in Deutschland anschaulich machen wollen. Dabei geht es uns nicht allein darum, einen Beitrag zur Bildung zu leisten, sondern auch zur Mobilisierung und Unterstützung von Menschen und sozialen Organisationen, die für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen kämpfen: hier in Europa und in den Ländern des Südens.

Das Informationsbüro hat eine offene Struktur, die in der Regel alle 14 Tage eine Bürositzung beinhaltet, an der sich zur Zeit 10 Menschen aktiv beteiligen. Gleichzeitig unterhält das Büro eine hauptamtliche Struktur.


Unsere Partner

Das Informationsbüro Nicaragua e.V. hat in den vielen Jahren seiner Arbeit in Nicaragua gute und intensive Beziehungen mit einem bunten Fächer lokaler Partnerorganisationen aufbauen können und im Verlauf seiner 30 jährigen Fördergeschichte eine Menge gelernt.

Zu Beginn der 90er Jahre rückten wir von der traditionellen Förderung sandinistischer Massenorganisationen im Gewerkschafts-, Frauen- bzw. Landbereich ab und gingen über zur Projektarbeit mit kleinen Initiativen und Organisationen. Dies ergab sich einmal naturwüchsig mit dem Zerfall homogener sandinistisch orientierter Verbände, hatte aber auch mit unserer Kritik an hierarchischen und patriarchalen Großorganisationen zu tun. Ernst machen wollten wir damit aber auch mit der Kritik am Entwicklungsdenken, indem wir statt der -von außen aufgedrängten und gesteuerten- Entwicklungshilfe den Austausch und die Beziehung zu konkreten Menschen in den Vordergrund stellten.

Nach einer Neuausrichtung unserer Projektpolitik unterstützen wir seit 2009 nicaraguanische soziale Basisbewegungen und Nichtregierungsorganisationen darin, thematische politische Kampagnen, Bildungs-, Organisations- und Öffentlichkeitsarbeit für demokratische und partizipative Rechte und Selbstorganisation voranzubringen. Damit sind wir auch davon abgerückt, klassische “Entwicklungsmaßnahmen” wie Landkauf, Zuschüsse zu Kreditsystemen und Rotationsfonds zu fördern; unter anderem weil unsere geringen finanziellen Mittel in diesem Bereich nur eine verhältnismäßig bescheidene Wirkung erreichen können, während in der politischen Bildungs- und Organisationsarbeit auch mit wenigen Geldern Beachtliches auf die Beine gestellt wird.


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