Partnerorganisationen des Informationsbüros in Nicaragua

Movimiento Feminista de Nicaragua

(Netzwerk nicaraguanischer Frauenorganisationen)

MovFem

Das Movimiento Feminista de Nicaragua ist ein nicaraguaweites Netzwerk feministischer Organisationen und Einzelpersonen, welches aus einem langjährigen Prozess der Reflexion, Organisation und Partizipation heraus entstanden ist. Es wurde Ende 2006 mit dem Ziel gegründet, die Kräfte zur Verteidigung der Frauenrechte zu bündeln und diese so stärker gemeinsam vertreten zu können.

Angesichts fehlender Freiheiten, eingeschränkter politischer Spielräume und Angriffe der derzeitigen Regierung gegen die Bewegung, setzte sich das Netzwerk in den letzten Jahren mutig für die Verteidigung der sexuellen und reproduktiven Rechte der Frauen ein.

8 de marzo

(Frauenorganisation), Managua
Die Organisation 8 de marzo - "8. März" -  hat ihr Haus in einem Außenbezirk von Managua an der Carretera Norte Richtung Flughafen.

Sie arbeitet hauptsächlich in den umgebenden armen Barrios und unterstützt Frauen in Gewaltsituationen. 8.maerzSie bietet Rechtberatungen an und fördert die Frauen und ihre Familien bei der Entwicklung ökonomischer Perspektiven. Für Jugendliche gibt es in der Stadtteilarbeit Sexualaufklärung und Genderarbeit.

8 de marzo macht zu all diesen Aspekten auch Theaterarbeit und transportiert damit noch auf andere Weise ihre wichtigen politischen und sozialen Themen.

Colectivo de Mujeres de Matagalpa

CMM (Frauenkollektiv), Matagalpa
Die Gruppe mit der breitesten Palette an Aktivitäten in Nicaragua ist sicherlich das gut organisierte Colectivo de Mujeres Matagalpa.

logo_cmmSie bieten Gesundheitsfürsorge in regelmäßigen Sprechstunden speziell für Frauen an, aber auch Aidsberatung für Frauen und Jugendliche, Rechtsberatung durch Juristinnen, Gewaltprävention und - aufklärung, Ausbildung von Promotorinnen in den Stadtteilen, Alphabetisierungskurse, Theatergruppen und eine Radiostation. Landesweit gibt es mit dem CMM nur noch drei Netzwerke, die zu gesundheitspolitischen Themen arbeiten.. Es gibt eine große Bibliothek zu Frauen- und Gesundheitsthemen. Zusätzlich haben sie ein umfangreiches Programm an Broschüren, in denen zu den unterschiedlichsten frauenpolitischen Themen Stellung genommen und informiert wird Ganz wichtig ist aber ihr Diskussionsbeitrag zu den frauenpolitischen Entwicklungen in Nicaragua und die Beteiligung an den jährlichen Kampagnen der Frauenbewegung.

Movimiento Social Nicaragüense „Otro Mundo es Posible“

(Soziale Bewegung in Nicaragua "Eine andere Welt ist möglich")
Das Movimiento Social Nicaragüense „Otro Mundo es Posible“ ist ein horizontales Netzwerk von Personen, Kollektiven und Organisationen, die dem kapitalistischen System eine Alternative entgegen setzen möchten.

MSNEine alternative Globalisierung der Menschen und Bevölkerungsgruppen soll die Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellen und Reichtümer ohne Ausgrenzung teilen. Otro Mundo es Posible versteht sich als Teil einer weltweiten Widerstandsbewegung gegen den Neoliberalismus. Besonders stark ist das Netzwerk im Norden und im Westen Nicaraguas sowie in Managua vertreten. Jede Region hat ihre eigenen Koordinationsmechanismen und trägt ihre Entscheidungen von regionaler auf die nationale Ebene. Alle Regionen schicken Repräsentant_innen, die für sie im nationalen Koordinationsteam sprechen. Es gibt außerdem eine gewählte Koordinator_in, die jedes Jahr wechselt. Das Netzwerk organisierte neben vielen politischen Aktivitäten auf der Straße auch eine „Schule der politischen Bildung“: Hier wurden 50 Aktivist_innen aus Gemeinde-, Indigena-, Umwelt-, Frauen- und Jugendorganisationen in den Themenbereichen „Geschlecht und Machtbeziehungen“, „ökonomische Machtbeziehungen“ und „Organisationsentwicklung und persönliche Entwicklung“ geschult.

La Cuculmeca

(Bildungs- und Kommunikationsverein)
cuculmecaLa Cuculmeca - Asociación de Comunicación y Educación ist ein Bildungs- und Kommunikations-
verein mit Sitz in

Comité de Mujeres Rurales

CMR (Landfrauenorganisation), León
Das Landfrauenkollektiv CMR richtet den Schwerpunkt der Arbeit auf ländlich strukturierte stadtnahe Gemeinden. Die Frauen einer Gemeinde treffen sich in Gruppen und besprechen gemeinsam Möglichkeiten zur Verbesserung ihrer Rechte und ihrer wirtschaftlichen Situation.

Es werden Promotorinnen ausgebildet, an die sich die Frauen bei Gewaltanwendung in oder außerhalb der Familie wenden können. CMR_2Die Promotorinnen bieten Gespräche an, beraten, trösten und begleiten die Frauen auf ihrem juristischen Weg durch die offiziellen Instanzen. Zusätzlich gibt es Programme, um die wirtschaftliche Basis einzelner Frauen zu verbessern – Öffnen eines kleinen Ladens, Anbau von Gemüse, Aufzucht von Tieren, usw. Auch Alphabetisierungskurse werden durchgeführt. Ziel ist immer, das Selbstbewusstsein der einzelnen Frauen zu stärken und ihre ökonomische Basis zu verbessern. Einzelne Frauen nehmen auch an den Diskussionen innerhalb der neuen Bürgerräten CPC statt, die von der FSLN-Regierung parallel und in teilweisem Widerspruch zu der existierenden Kommunalverfassung eingerichtet wurden. Trotz großer Kritik an diesen Strukturen, will man die Diskussionshoheit in diesen Treffen nicht alleine den Vertreter/innen der Regierungspolitik überlassen.

Red de Mujeres de Matagalpa

Das Red de Mujeres de Matagalpa ist ein Frauen-Netzwerk aus Matagalpa, dass es bereits seit 1992 gibt. Das Netzwerk versteht sich als Raum der politischen Teilhabe, Koordinierung und Organisierung von Frauen aus unterschiedlichen sozialen Sektoren. Es ist an das Movimiento Autónomo de Mujeres de Nicaragua angeschlossen. Mit vielfältigen Aktionen und Kampagnen, Radio- und Fernsehsendungen, Foren, Workshops und Austellungen leistet das RMM einen wichtigen Betrag zur Förderung und Verteidigung der Rechte der Frauen.

Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario

ADIC (Vereinigung für integrale
Kommunalentwicklung), Matagalpa

Seit 1991 arbeitet die Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario, ADIC in Gemeinden und Stadtvierteln in Matagalpa. Ihre Arbeit gliedert sich in die Bereiche Gemeindeorganisierung, Umwelt sowie politische Interessenvertretung. Die Arbeit mit Frauen und Jugendlichen steht besonders im Mittelpunkt. Mit ihrer Arbeit möchten sie einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten.

ADICADIC fördert die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen, Männern und Jugendlichen im Bereich Umwelt, Ökonomie und Selbstorganisation und -verwaltung ihrer Gemeinden sowie eine Stärkung der Rechte der Bürgerinnen und Bürger. Zudem bieten sie Berufs- bzw. Bildungsorientierung an und setzen sich für eine Stärkung der Selbstverwaltung innerhalb der Gemeinden ein. ADIC ist aktives Mitglied im Red de Mujeres de Matagalpa, Comisión Municipal de la Niñez y Adolescencia, Comisión Ejecutora de la Mujer y la Niñez, Consejo Municipal de Salud, Coalición de Organizaciones por el Derecho al Agua und Comité de Desarrollo Municipal de Matagalpa.

Asociación Nicaragüense de Afectados por Insuficiencia Renal Crónica

ANAIRC (Nicaraguanische Vereinigung durch Niereninsuffizienz Geschädigter)
Asociación Nicaragüense de Afectados por Insuficiencia Renal Crónica, ANAIRC, ist ein Zusammenschluss an chronischer Niereninsuffizienz erkrankter, ehemaliger Zuckerrohrarbeiter und -arbeiterinnen sowie einiger Witwen ehemaliger Arbeiter, die nach jahrelanger Arbeit in den Zuckerrohrplantagen entlassen wurden, nachdem sich ihr Gesundheitszustand aufgrund des Pestizideinsatzes verschlechtert hatte. Sie schlossen sich vor allem zusammen, um von dem Unternehmen Ingenio San Antonio, das Mitglied der Pellas-Unternehmensgruppe ist, eine Entschädigung für die Gesundheitsschäden zu verlangen. Die Vereinigung kämpft ebenfalls für eine Verbesserung der Arbeits- und Umweltbedingungen in dem Unternehmen und tritt dafür ein, dass die Regierungsinstitutionen in solchen Konflikten vermitteln. Zur Zeit hat ANAIRC 317 eingetragene Mitglieder.

Ihre hauptsächlichen Aktivitäten bestehen in der Mobilisierung von Protestmärschen, in einer Protestsiedlung in Managua, die solange aufrecht erhalten werden soll bis die Pellas-Gruppe einem positiven Dialog mit ANAIRC zustimmt und in gelegentlichen Demonstrationen zum Hauptgebäude der Pellas-Gruppe.

 

Jinotega. La Cuculmeca veranstaltet seit 1991 Bildungs- und Schulungsveranstaltungen. Er arbeitet für umweltpolitische Themen, die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Entwicklung innerhalb ihrer Gemeinden sowie im Bildungsbereich.

Fundación entre Mujeres

FEM (Stiftung unter Frauen), Estelí
Die Struktur der Arbeit der Fundación entre Mujeres, FEM ist ähnlich der der CMR. FEMEs gibt Unterstützung und Rechtsberatung bei innerfamiliärer Gewalt, Alphabetisierungskurse und Hilfen zur ökonomischen und sozialen Absicherung des Lebens.

Der Schwerpunkt liegt etwas mehr auf der Entwicklung einer wirtschaftlichen Basis für die Frauen. Es gibt 5 Kooperativen, diese erhalten kollektiven Landbesitz zur Nutzung und später zum kollektiven Eigentum und produzieren als Kooperativen z.B. Kaffee oder betreiben Tierzucht. Auch die Vermarktung ist Teil der Schulungen von FEM. Zusätzlich gibt es noch das Angebot einer gesundheitlichen Versorgung über FEM, durch eine mobile Gesundheitsstation, die regelmäßig die Dörfer anfährt. In jeder Landgemeinde hat FEM gewählte Vertreterinnen, die regelmäßig zu Treffen des „Entwicklungskomitees“ in die „Zentrale“ nach Esteli kommen, um dort die Probleme vor Ort gemeinsam zu besprechen, aber auch gemeinsame Aktionen zu planen oder an Schulungs- und Infoveranstaltungen teilzunehmen.

Ähnlich wie die Null-Hunger-Programme der Regierung hat die FEM seit drei Jahren eine Maßnahme, bei der jeweils Gruppen von 10 Frauen trächtige Tiere, Saatgut und Kleinkredite erhalten. Nach einem Jahr sollen aus den Erträgen und Jungtieren dann wieder die Pakete für neue Frauen bestückt werden. Begleitet wird das Programm von Bildungs- und Schulungsmaßnahmen. Bisher haben 330 von ca. 1.000 Frauen, die in den Gemeinden über FEM organisiert sind, diesen Bonus bereits erhalten. Auch in den FEM Gemeinden beteiligen sich die Frauen in den Landgemeinden an den CPCs, um vor Ort Einfluss zu behalten und das Feld nicht den CPC-Aktiven zu überlassen.

Movimiento Comunal de Matagalpa

Das Movimiento Comunal de Matagalpa versucht zusammen mit der Bevölkerung in den ländlichen Regionen und den marginalisierten Vierteln der Stadt Matagalpa eine selbstorganisierte Infrastruktur aufzubauen und basisdemokratische Prozesse politischer Bildung zu etablieren. Logo_MCNDas Movimiento setzt sich ein für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in den Barrios und Gemeinden von Matagalpa.

In 2010 wurden im Bereich der politischen Informationsarbeit u.a. Kampagnen zum Thema Ernährungssouveränität und Klimawandel umgesetzt. Ein wichtiges Projekt ihrer bewegungsorientierten Jugendarbeit in 2011 war es, das Thema “Frauenmorde, sexueller Missbrauch, innerfamiliäre Gewalt und Straflosigkeit” in Angriff zu nehmen. In diesem Kontext ging es darum, die Jugendlichen nicht nur aufzuklären, sondern sie zu Protagonist_innen der eigenen Entscheidungen zu machen, sie zu befähigen, sich zu schützen, die eigenen Rechte wahrzunehmen, Solidarität von anderen einzufordern und mit Aktionen einen sozialen Wandel zu unterstützen. Ebenfalls in 2011 errichtete eine Solidaritäts-Brigade von Informationsbüro Nicaragua und Ökumenischem Büro München gemeinsam mit Aktivist_innen des Movimiento Comunal in einer ländlichen Gemeinde von Matagalpa ein Gemeindeaktionszentrum.

Teatro Hijas de la Luna

(Theaterprojekt), Managua
Hijas de la Luna ("Töchter des Mondes") ist ein feministisches Theaterprojekt, das 1999 aus dem Engagement einiger Teilnehmerinnen einer Weiterbildungsveranstaltung über sexuelle und reproduktive Rechte des Colectivo 8 de marzo hervorgegangen ist. Mit der Gründung der Theatergruppe war das Ziel verbunden, Frauen und junge Menschen in ihrem Prozess zu unterstützen, ihre eigenen Rechte wahrzunehmen.

Teatro Hijas de la LunaHijas de la Luna möchte die Zivilbevölkerung – insbesondere Frauen und Jugendliche – über die Themen rund um sexuelle und reproduktive Rechte sensibilisieren, informieren, aufklären und weiterbilden.

Innerhalb ihrer Arbeit beschäftigen sie sich u.a. mit Rechten von Frauen. Themen sind u.a. (therapeutische) Abtreibung; Aids und Gebärmutterhalskrebs; Verhütungsmittel; innerfamiliärer und sexualisierter Gewalt; Bürger_innenrechte und Geschlechterrollen. Das Medium des Theaters wird von ihnen als Werkzeug gesehen, welches vielfältige Möglichkeiten schafft, diese Thematiken zu thematisieren und das Publikum dazu anzuregen, Alternativen zu denken und diese mitzugestalten und somit direkte Anstöße zu geben. Die Arbeit von Hijas de la Luna umfasst neben der Konzeptionierung und Aufführung von Theaterstücken, inhaltliche Fortbildungen und Theater-Workshops sowie die Teilnahme an Demonstrationen und regionalen sowie internationalen Treffen. Hijas de la Luna sind Teil des Movimiento Feminista de Nicaragua und vernetzt mit weiteren regionalen und landesweiten Frauenorganisationen.