Unsere Projektarbeit – Übersicht geförderter Projekte ab 2009

Kriterien unserer Projektarbeit

Unsere Projektpolitik setzt auf Zusammenarbeit und Austausch, nicht auf die einseitige Vergabe finanzieller Förderung. Letztere stellt für unsere Partner_innen auch eher einen kleinen, jedoch nicht unbeachtlichen Teil, ihrer politischen Bildungs- und Kampagnenarbeit dar – kann aber keines Falls die Institution und die Arbeit der Mitglieder im Ganzen finanzieren. Wir setzen auf politische Kooperation anstatt bürokratischer Verwaltung der Mittelvergabe. Die Projektpartner_innen kennen wir meist gut – es handelt sich um verlässliche Organisationen, zu denen wir seit vielen Jahren intensive und freundschaftliche Beziehungen unterhalten. Zum Teil sind aber auch neue Gruppen und Initiativen darunter, die wir auf unseren Bildungsreisen kennenlernten oder die uns von unseren Partnerorganisationen empfohlen wurden.

Wir stehen das ganze Jahr über in gutem Kontakt und tauschen uns gegenseitig über unsere Arbeit sowie die politische Geschehnisse in Nicaragua, Deutschland und der Welt aus. Die Stellungnahmen unserer Partner_innen arbeiten wir für unsere Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit auf. Insbesondere in unseren Rundschreiben bekommen sie Raum sich darzustellen und ihre Einschätzungen zu aktuellen Themen zu äußern.

Was wir fördern:

Stadtteil-, Frauen- und Landlosen-, Menschenrechts- und Antikorruptionsbewegungen in Nicaragua, im Kampf um demokratische und partizipative Rechte und Selbstorganisation. Kampagnen-, Bildungs-, Organisations- und Öffentlichkeitsarbeit von sozialen Bewegungen, bzw. von NGOs und politischen Initiativen in Nicaragua.

Was wir nicht fördern:

Maßnahmen klassischer “Entwicklungsprojekte” wie Landkauf, produktive Maßnahmen, Zuschüsse zu Kreditsystemen, Rotationsfonds, etc.


Übersicht der geförderten Projekte

2009 Schwerpunkt Frauenbewegung

Colectivo 8 de Marzo 4.500,- €
Asociación ADIC 4.500,- €
CMR Comité de Mujeres Rurales 4.500,- €
FEM Fundación entre Mujeres 4.500,- €
La Cuculmeca 3.000,- €
Red de Mujeres de Matagalpa 2.000,- €
Teatro Hijas de la Luna 2.500,- €
gesamt 2009  25.500,- €

 

Im Jahr 2009 lag ein Schwerpunkt auf der Unterstützung der Frauenbewegung in Nicaragua.

Wir unterstützten das Frauenkollektiv 8 de Marzo, weil sie eine „Kampagne zur Vorbeugung sexueller und häuslicher Gewalt“ durchführten; die Frauenorganisation FEM erhielt Unterstützung für ihre Arbeit, „Gewalt gegen Frauen sichtbar zu machen, Opfern beizustehen und Empowerment und Protest für gesellschaftliche Veränderungen zu leisten“.

Weitere Förderungen gingen an eine Theatergruppe, die mit Jugendlichen in den armen Bezirken Managuas zu den Themen „sexuelle Gewalt, Gesundheit und Menschenrechte“ arbeitet, sowie an ein Frauennetzwerk in Matagalpa, das sich mit Diskussionsveranstaltungen, Versammlungen, sowie eigenen Radio-Sendungen politisch für die Verteidigung von Frauenrechten stark macht. Das Landfrauenkomitee CMR erhielt u.a. für ein politisch-kulturelles Festival mit einer feministischen Liedermacherin eine Förderung. Es geht ihnen darum, den Protest gegen das Verbot des therapeutischen Schwangerschaftsabbruchs weiter in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen.

Mit der Vereinigung für integrale Gemeindeentwicklung ADIC unterstützten wir zudem die kommunitäre Basisbewegung und ihren Einsatz für die Schaffung von besseren Partizipationsmöglichkeiten und aktiver Gemeindebeteiligung. Auch La Cuculmeca erhielt eine Förderung für die Fortführung der Wasserkampagne, deren Schwerpunkt auf dem Wassergesetz und einem verbesserten Zugang der armen Bevölkerung zu sauberem Trinkwasser liegt.

2010 Neue Kontakte zu sozialen Netzwerken

Asociación ADIC 3.900,- €
CMR Comité de Mujeres Rurales 3.900,- €
Colectivo 8 de Marzo 3.900,- €
FEM Fundación entre Mujeres 3.900,- €
FEM Fundación entre Mujeres Nicaragüense de Matagalpa 3.900,- €
Movimiento Feminista 2.350,- €
Movimiento Social Nicaragüense „Otro Mundo es Posible“ 3.900,- €
Red de Mujeres de Matagalpa 2.350,- €
Teatro Hijas de la Luna 1.950,- €
gesamt 2010 30.050,- €

 

Im Jahr 2010 setzten wir die Förderung fast aller Organisationen, die wir in 2009 gefördert hatten, fort: CMR organisierte verschiedene öffentliche und öffentlichkeitswirksame Aktionen, um über Gewalt im Leben vieler Frauen zu berichten. Außerdem wurde 2010 der politische Kampf gegen das Verbot des Schwangerschaftsabbruchs fortgesetzt. Auch die Theatergruppe Hijas de la Luna widmete sich dem Thema „innerfamiliäre Gewalt“ mit inhaltlichen Fortbildungen und Theater-Workshops sowie Straßen-Aufführungen und der Teilnahme an Demonstrationen.

Das Colectivo 8 de Marzo führte neben politischen Kampagnen zu Genderthemen auch Kurse für Jugendliche und Frauen durch, bei denen sie lernten, welche Rechte sie haben und wie diese eingefordert werden können. Ein weiteres Ziel der Workshops war die Stärkung ihrer Teilhabe an Partizipationsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft, um ihre Forderungen Entscheidungsträgern gegenüber durchzusetzen. Die FEM, die sich im Norden Nicaraguas sozialen Themen aus feministischer Perspektive widmet, analysierte in einem Projekt die Wirkungen von Fairem Handel auf Frauen (Stärken, Schwächen, Widersprüche) aus der Perspektive der feministischen Ökonomiekritik sowie der klassischen Ökonomie.

ADIC setzte die Arbeit fort, mit „Strategien der integralen Entwicklung“ Prozesse der Selbstverwaltung zu fördern, die die Lebensbedingungen der Menschen und der Gemeinden verbessern. Konkret bedeutete dies die Durchführung einer Workshopreihe mit den Líderes urbaner und ländlicher Gemeinden, um die Vernetzung und den Austausch untereinander zu stärken.

In Bezug auf die Frauenbewegung war es uns ein besonderes Anliegen auch organisationsübergreifende Netzwerke zu unterstützen: Der 8. März ist (nicht nur) für die Frauenbewegung ein Datum historischer Bedeutung und so haben die Aktivitäten an diesem Tag auch in Nicaragua eine besondere politische Tragweite. In diesem Jahr organisierte das Movimiento Feminista eine zentrale Großdemonstration, der viele Aktivitäten zur Mobilisierung und Sensibilisierung vorangingen: U.a. das Erstellen und Verteilen von Informationsmaterial sowie Veranstaltungen an den Unis, in den Barrios und in ländlichen Gemeinden. Außerdem unterstützten wir das Red de Mujeres de Matagalpa, das der politischen Teilnahme, Koordinierung und Organisierung von Frauen aus unterschiedlichen sozialen Sektoren Matagalpas Raum bietet. Das Red fördert und verteidigt Frauenrechte, indem es Infokampagnen, Mobilisierungen, Radio- und Fernsehsendungen, Foren und Workshops organisiert.

Spannende Kontakte enstanden nach unserer letzten Delegationsreise im Sommer 2009 zu zwei sozialen Basisnetzwerken. Wir hoffen, dass sich hieraus ein weiterer intensiver politischer Austausch entwickelt. Das Movimiento Comunal de Matagalpa versucht, zusammen mit der Bevölkerung in den ländlichen Regionen und den marginalisierten Vierteln der Stadt Matagalpa eine selbstorganisierte Infrastruktur aufzubauen und basisdemokratische Prozesse politischer Bildung zu etablieren. In 2010 wurden im Bereich der politischen Informationsarbeit u.a. Kampagnen zum Thema Ernährungssouveränität und Klimawandel umgesetzt. Das Movimiento Social Nicaragüense „Otro Mundo es Posible“ ist ein horizontales Netzwerk von Personen, Kollektiven und Organisationen, die dem kapitalistischen System eine Alternative entgegen setzen möchten. Eine alternative Globalisierung der Menschen und Bevölkerungsgruppen soll die Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellen und Reichtümer ohne Ausgrenzung teilen. Otro Mundo es Posible versteht sich als Teil einer weltweiten Widerstandsbewegung gegen den Neoliberalismus. Besonders stark ist das Netzwerk im Norden und im Westen Nicaraguas sowie in Managua vertreten. Jede Region hat ihre eigenen Koordinationsmechanismen und trägt ihre Entscheidungen von regionaler auf die nationale Ebene. Alle Regionen schicken Repräsentant_innen, die für sie im nationalen Koordinationsteam sprechen. Es gibt eine gewählte Koordinator_in, die jedes Jahr wechselt. Das Netzwerk organisierte neben vielen politischen Aktivitäten auf der Straße auch eine „Schule der politischen Bildung“: Hier wurden 50 Aktivist_innen aus Gemeinde-, Indigena-, Umwelt-, Frauen- und Jugendorganisationen in den Themenbereichen „Geschlecht und Machtbeziehungen“, „ökonomische Machtbeziehungen“ und „Organisationsentwicklung und persönliche Entwicklung“ geschult.

2011 Frauenrechte und Klimagerechtigkeit

Asociación ADIC 3.500,- €
ANAIRC 3.800,- €
CMR Comité de Mujeres Rurales 3.500,- €
Colectivo 8 de Marzo 3.700,- €
FEM Fundación entre Mujeres 3.500,- €
Movimiento Comunal Nicaragüense de Matagalpa (MCM) 2.500,- €
MCM für Gemeindehaus/Brigade 4.500,- €
Red de Mujeres de Matagalpa 2.350,- €
Teatro Hijas de la Luna 1.950,- €
gesamt 2011 25.000,- €

 

2011 war die politische Debatte in Nicaragua bestimmt von der Präsidentschaftswahl im November. Eine große Herausforderung für die Bildungs- und Kampagnenarbeit unserer Partnerorganisationen bestand darin, die eigene Arbeit für Selbstorganisation, Mitbestimmung und Demokratie, Solidarität, Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit nicht von den machtpolitischen Interessen im Ränkespiel der Wahlkämpfer_innen instrumentalisieren zu lassen. Die Organisationen, die wir in 2011 wieder institutionell unterstützten, begreifen sich selbst allesamt als politische Organisationen und Teil einer sozialen Bewegung. Manche von ihnen sehen die alte neue Regierung Ortega überaus kritisch. Im Folgenden sind die Organisationen und solche Aktivitäten dargestellt, die mit der Unterstützung des Infobüros finanziert wurden.

Politisch stand für das Comité de Mujeres Rurales (CMR) aus Leon auch in 2011 die Forderung nach einer Rücknahme des Verbots des Schwangerschaftsabbruchs an erster Stelle. Mit ihren öffentlichen Aktionen auf Bezirksebene setzte sich CMR für die Verteidigung von politischen Räumen für Frauen ein, engagierte sich in der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und klagte offensiv die Untätigkeit und den Machtmissbrauch der staatlichen Stellen an. Zudem lag ein Schwerpunkt in diesem Jahr im Bereich der Aufklärungsarbeit zum Thema „Sexuelle und reproduktive Rechte“, sowie in der Prävention von sexueller Gewalt. Insbesondere ging es darum, Jugendliche für Genderthemen zu sensibilisieren.

Ein kleiner aber wichtiger Aspekt in der Arbeit von Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario (ADIC) aus Matagalpa war die Durchführung von drei Fortbildungsreihen für politische Multiplikator_innen in den ländlichen Gemeinden Llano Grande, Tejerina und Ocote Sur. Ziel der Kompetenzschulung war es, die Teilnehmenden zu befähigen, mehr Verantwortung in ihren Gemeinden wahrnehmen zu können, um die eigenen Rechte und gemeinschaftlichen Interessen wirksam durchzusetzen. Auf diese Weise leistete ADIC einen wichtigen Beitrag für den Aufbau selbstbewusster Gemeindestrukturen, in denen die Menschen ihre Verantwortung wahrnehmen und gleichzeitig aktiv Transparenz, Legalität, Gleichheit und Gerechtigkeit von den staatlichen Institutionen einfordern.

Die Fundacion entre Mujeres (FEM) aus Estelí wollte die im vergangenen Jahr gewachsenen Netzwerk- und Bündnisstrukturen mit feministischen und kleinbäuerlichen Gruppen aus Nicaragua und Honduras weiter verfestigen. In diesem Bereich organisierten die Frauen zwei Netzwerktreffen.

 

 

Fortsetzung 2011

Beim ersten Treffen standen die Themen „Durchsetzung nachhaltiger kleinbäuerlicher Landwirtschaft“ und „Solidarität mit den Frauen des Movimiento Campesino del Aguan in Honduras“ auf der Agenda. Im Mittelpunkt des zweiten Treffens stand eine feministische Debatte über die Frauenrechte im aktuellen nicaraguanischen Kontext.

Das Colectivo 8 de Marzo untersuchte im Distrito VI von Managua die Situation der Gewalt gegen Frauen, mit dem Ziel eine umfassende Studie zu erstellen. Die Untersuchung zielt darauf ab, das Problem der häuslichen Gewalt gegen Frauen zu analysieren, das Gewaltproblem sichtbar zu machen, und Interventions-Strategien auf unterschiedlichen Ebenen zu entwickeln.

Das Movimiento Comunal Nicaragüense de Matagalpa setzt sich ein für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen in den Barrios und Gemeinden von Matagalpa. Ein wichtiges Projekt ihrer bewegungsorientierten Jugendarbeit war es, das Thema “Frauenmorde, sexueller Missbrauch, innerfamiliäre Gewalt und Straflosigkeit” in Angriff zu nehmen. In diesem Kontext ging es darum, die Jugendlichen nicht nur aufzuklären, sondern sie zu Protagonist_innen der eigenen Entscheidungen zu machen, sie zu befähigen, sich zu schützen, die eigenen Rechte wahrzunehmen, Solidarität von anderen einzufordern und mit Aktionen einen sozialen Wandel zu unterstützen. In einem Kooperationsprojekt mit dem Ökumenischen Büro München beteiligten wir uns erstmals seit sehr langer Zeit wieder an der Organisierung einer Solidaritäts-Brigade nach Nicaragua. Gemeinsam mit Aktivist_innen des Movimiento Comunal wurde in einer ländlichen Gemeinde von Matagalpa ein Gemeindeaktionszentrum errichtet.

Eine erschreckende Folge der Produktion von Zucker, Rum und Agrotreibstoff ist die Erkrankung tausender Menschen. ANAIRC ist die Organisation der an Niereninsuffizienz erkrankten ehemaligen Arbeiter_innen des Zuckerrohrbetriebes San Antonioder Familie Pellas in Chichigalpa. Sie machen den jahrelangen Einsatz von Pestiziden auf den Plantagen für ihr Leiden verantwortlich und fordern Entschädigung. Wir unterstützen gemeinsam mit El Rojito aus Hamburg und dem Nicaragua Forum Heidelberg den Kampf der ehemaligen Zuckerrohrarbeiter_innen politisch und praktisch mit der Finanzierung von Lebensmitteln und Medikamenten.

2012 Antikapitalistische und Frauenbewegungen

Asociación ADIC 2.500,- €
CMR Comité de Mujeres Rurales 2.500,- €
Mayangna 2.500,- €
Movimiento Comunal Nica­ra­güense de Mata­galpa (MCM) 2.500,- €
Movimiento Social Nica­ra­güense „Otro Mundo es Posible“ 4.500,- €
gesamt 2012 14.500,- €

 

Seit der Neuausrichtung unserer Förderkriterien 2010 liegt der Fokus darauf, die klassische Geber-Nehmer-Hierarchie weiter abzubauen und den politischen Austausch stärker zu fördern. So unterstützen wir durch die institutionelle Förderung vor allem die politischen Kampagnen und die Bildungs-, Organisations- und Öffentlichkeitsarbeit unserer Partner_innen. Auf Grund der jährlich sinkenden Mittel können wir jedoch immer weniger Organisationen kontinuierlich finanziell unterstützen. Die Arbeit unserer Partnerorganisationen, sowohl der Frauenbewegungen wie auch der antikapitalistischen Bewegungen, wurde im Jahr 2012 durch rechtliche Veränderungen geprägt. Für die Frauenbewegungen brachte die Einführung des von ihnen geforderten Gesetzes 779 zu Gewalt gegen Frauen viele Änderungen mit sich. Neben dieser positiven Tendenz hin zur Unterstützung der Rechte der Frauen birgt der zur Ratifizierung ausstehende Artikel 31 des Familiengesetzes einen Rückschritt und steht im Zusammenhang mit dem Einfluss der katholischen Kirche auf den Staat, der sich 2006 mit dem generellen Verbot der Abtreibung manifestierte.

Der Widerstand anderer Partnerorganisationen richtet sich gegen das EU-Assoziierungsabkommen, dessen Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft und Lebensbedingungen wir anhand der Stimmen unserer Partner_innen im ersten Artikel dieses Rundschreibens zusammengefasst haben. Die Aufklärungsarbeit über die Verteidigung der eigenen Rechte stand im Vordergrund der kommunitären Arbeit von ADIC (Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario) aus Matagalpa. In fünf ländlichen Gemeinden und 10 Stadtteilen von Matagalpa arbeitete ADIC mittels partizipativer Workshops, Theateraufführungen und Gesprächskreisen mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu den Themen Frauenempowerment, reproduktive Rechte, Gewalt, sowie Ernährung und Umwelt. Im Weiteren beteiligten sie sich an lokalen und nationalen Kampagnen.

Das Comité de Mujeres Rurales (CMR) aus Léon baut auf eine langjährige Zusammenarbeit mit Landfrauen. Neben der Vergabe von Kleinkrediten, in Form von Hühnern und Ziegen, zur Förderung der Eigenständigkeit der Frauen liegt der Fokus ihrer Aufklärungsarbeit bei den Themen „Sexuelle und reproduktive Rechte“ und Prävention von sexueller Gewalt. Dazu bildeten sie neue Promotorinnen in den Gemeinden aus. Außerdem mobilisierten sie die Landfrauen zu Teilnahmen an Demonstrationen zum Weltfrauentag und für die Entkriminalisierung der Abtreibung.

Das Movimiento Comunal Nicaragüense (MCN) aus Matagalpa setzte seine sozial-politische Jugendarbeit in ländlichen Regionen fort. Im Mittelpunkt stand der Aufbau einer selbstorganisierten Infrastruktur, um basisdemokratische Prozesse und politische Bildung zu etablieren. Sie beteiligten sich an der Kampagne gegen Gewalt, organisierten Foren für Bürger_innen, Informationsveranstaltungen, Feste und Demonstrationen.

Um den Bereich unserer Partnerorganisationen um eine Region zu erweitern, unterstützten wir dieses Jahr das Gobierno Territorial Indigena Mayangna Sauni Arungka in Bonanza (Región Autónoma Atlántico Norte). Durch die Marginalisierung der Regenwaldregion fehlt es hier an Infrastruktur wie Straßen, Wasser, Elektrizität, Gesundheitsversorgung und Bildung. Gewalt und Unterdrückung beherrschen den Alltag vieler Frauen. Um zur Entwicklung der Region beizutragen sensibilisierte die Organisation Frauen und Männer für die Gleichberechtigung der Geschlechter in acht verschiedenen Gemeinden.

Das Movimiento Social Nicaragüense "Otro Mundo es possible" ist ein horizontales Netzwerk von Personen, Kollektiven und Organisationen, die dem kapitalistischen System eine Alternative entgegen setzen möchten. Sie engagieren sich in der kontinentalen Vernetzung gegen Freihandelsabkommen und setzen sich für Klimagerechtigkeit ein. Seit 2008 führen sie politische Workcamps zu wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Themen durch. Des Weiteren unterstützen sie das Frauenhaus in Ocotal mit Gesundheitsaufklärung für Frauen und der Betreuung von minderjährigen Schwangeren, Opfern von Missbrauch und bei der Bekämpfung der Müttersterblichkeit.

Förderung 2013 in Zahlen

ADIC – Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario 3.000,- €
CMR – Comité de Mujeres Rurales 3.000,- €
8 de Marzo – Colectivo de Mujeres 8 de Marzo 3.000,- €
FEM – Fundación entre Mujeres 3.000,- €
MCN – im Rahmen der Solidaritätsbrigade 2.550,- €
MCN – Movimiento Comunal Nicaragüense - Matagalpa 1.500,- €
Comité Cerezo – Rechtshilfe Mexiko 1.500,- €
gesamt 2013 17.550,- €

2014 – Globalisierungskritik und Feminismus

Movimiento Nicaragüense Otro Mundo es Posibl
3.000,- €
Colectivo 8. Marzo 2.600,- €
Fundación entre Mujeres 2.600,- €
Red de Mujeres Matagalpa 1.500,- €
Hijas de la Luna 1.500,- €
gesamt 2014 11.200,- €

 

Finanzielle Unterstützung erhielten von uns dieses Jahr drei Netzwerke und zwei Frauenorganisationen, mit denen wir seit vielen Jahren enge Kontakte pflegen. Das globalisierungskritische Netzwerk Otro Mundo es Posible engagiert sich in mittelamerika nischen Zusammenschlüssen gegen Freihandelsabkommen sowie bei Proteste gegen den Kanalbau und gegen Landgrabbing. Das Frauen-Netzwerk Red de Mujeres Matagalpa ermöglicht es Frauen, anonym zu publizieren. Zudem organisiert es öffentliche Proteste, kulturelle Veranstaltungen und Workshops für Frauen. Das Frauen-Netzwerk Hijas de la Luna arbeitet theaterpädagogisch insbesondere zum Thema Gender und Gewalt. Der Fokus der beiden Frauenorganisationen Collectivo 8. Marzo und Fundación entre Mujeres (FEM) liegt im Frauen-Empowerment, juristischer und psychologischer Unterstützung von Frauen und in der Öffentlichkeitsarbeit. 8. Marzo unterhält ein Frauenhaus, die FEM baute mit Frauen vom Land die Kaffeekooperative Las Diosas auf.

Nachdem wir die letzten Jahre nach einem rotativen System abwechselnd je ein paar unserer Partnerorganisationen finanziell unterstützt haben, haben wir nun gemeinsam mit diesen über die zukünftige Verteilung der Spenden diskutiert. Ergebnis dieser Diskussion war es, dass wir ab 2015 all unsere Partnerorganisationen jährlich und in selber Höhe fördern.

Förderung 2015 in Zahlen

Asc. Nicar. de Afectados por Insuficiencia Renal Crónica 2.800,- €
Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario 1.500,- €
Colectivo de Mujeres 8 de Marzo 1.500,- €
Fundación entre Mujeres 1.500,- €
MCN - Matagalpa Solidaritätsbrigade 1.500,- €
Hijas de la luna 1.500,- €
Red de mujeres Matagalpa 1.500,- €
gesamt 2015 11.800,- €