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Die Nicaragua-Konferenz 2015 am 21. und 22. November 2015 in Wuppertal

An der bundes­weiten Nica­ragua-Konfe­renz vom 21.-22. November 2015 in Wuppertal nahmen ca. 60 Aktivist_innen aus ganz Deutsch­land sowie aus sozialen Bewe­gungen in Nica­ragua teil. Die Themen­pa­lette der Foren zeigte, wie gut vernetzt soziale Orga­ni­sa­tionen und Bewe­gungen zwischen beiden Ländern sind. Ob es um „Land­nut­zungs­kon­flikte und Rohstoff­abbau“, „Ernäh­rungs­sou­ve­rä­nität“, „Gesund­heit“ oder „Zugang zu Wasser als Menschen­recht“ ging - die Konflikte z.B. bei Berg­bau­pro­jekten in Nica­ragua oder bei uns um die Ecke in Garz­weiler nähern sich an.

Menschen wehren sich gegen ihre Vertrei­bung, ob Ausbau der Gold­minen oder Land­kon­flikte bei Groß­plan­tagen für Futter­mittel- oder Agro­s­prit­ex­porte in Nica­ragua. Mit der Kampagne „Stop Mad Mining“ fordern Umwelt- und Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tionen von der EU verbind­liche Regeln zur Einhal­tung von Menschen­rechten, damit der Abbau von Rohstoffen nicht länger mit kata­stro­phalen Arbeits­be­din­gungen und der Schä­di­gung von Mensch und Natur einher­geht.

Ein Veto-Recht von Anrai­ner­ge­meinden gegen geplante Abbau­pro­jekte muss respek­tiert werden. Die Teilnehmer_innen formu­lierten einen offenen Brief gegen die Kohle­po­litik der Wupper­taler Stadt­werke. Sie disku­tierten über die Auswir­kungen unseren Hungers nach mehr Agro­s­prit, der u.a. in Nica­ragua Flächen zur Lebens­mit­tel­pro­duk­tion vernichtet. Dies zwingt Kleinbäuer_innen zur Betriebs­auf­gabe und treibt sie in die Abhän­gig­keit von schlecht bezahlter, gesund­heits­schäd­li­cher saiso­naler Lohn­ar­beit. Ebenso bedrohen in Deutsch­land indus­tria­li­sierte Mono­kul­turen und Agrar­fa­briken eine nach­hal­tige Land­wirt­schaft und eine gesunde Ernäh­rung. Wichtig für die Ernäh­rungs­sou­ve­rä­nität sind deshalb Initia­tiven wie die Haus­gärten in Managua oder die Soli­da­ri­sche Land­wirt­schaft in Deutsch­land, bei der die städ­ti­schen Konsument_innen und die örtli­chen Produzent_innen neue Bünd­nisse eingehen.

Höhe­punkt der Konfe­renz war eine Podi­ums­dis­kus­sion zum geplanten inter­ozea­ni­schen Kanal. Die Konferenzteilnehmer_innen beschlossen, die Internet-Peti­tion „Rettet den Regen­wald - Kein Kanal in Nica­ragua“ zu unter­stützen, und auf die inter­es­sierten deut­schen Unter­nehmen einzu­wirken, sich nicht am Kanalbau zu betei­ligen.

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