Partner*innenorganisationen in Nicaragua

Befreundete Organisationen in Nicaragua

Das Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua e.V. hat in den vielen Jahren seiner Arbeit in Nica­ragua gute und inten­sive Bezie­hungen mit einem bunten Fächer lokaler Partner*innenorganisationen aufbauen können. Diese Orga­ni­sa­tionen arbeiten zu Themen, die auch uns im Info­büro bewegen. Deshalb haben wir im Verlauf der vergangen 40 Jahre eine Menge gelernt und neue Perspek­tiven auf Femi­nismus, sozial-ökolo­gi­sche Kämpfe und globe Wirt­schafts­struk­turen kennen­ge­lernt.

Der Austausch und die Zusam­men­ar­beit mit den Orga­ni­sa­tionen gestaltet sich sehr divers: Im Vorder­grund steht der inhalt­liche Austausch. Bei den vom Info­büro orga­ni­sierten Brigaden arbei­teten wir in der Regel an Projekten mit, die eine Infra­struktur für die poli­ti­sche Selbst­or­ga­ni­sa­tionen bilden. Bei den Inter­viewreisen lernten wir die poli­ti­schen Kämpfe und Forde­rungen und verschie­denen Formen der Orga­ni­sa­tion kennen. Einige der Orga­ni­sa­tionen haben wir in der Vergan­gen­heit mit Spenden unter­stützt. 2017 konnten wir die poli­ti­sche Arbeit unserer Partner*innen in Nica­ragua mit jeweils 3000 Euro in drei Berei­chen finan­ziell unter­stützen. Das Geld ging an poli­ti­sche Bünd­nisse, in denen unsere Partner*innen aktiv sind. Das Bündnis Grupo estra­té­gico contra la Minería setzt sich in Mata­g­alpa gegen extrak­ti­vis­ti­sche Projekte ein. CENIDH finan­ziert mit den Spenden Menschen­rechts­ar­beit. Außerdem entschieden wir, weiterhin den femi­nis­ti­schen Kampf des Red de Mujeres de Mata­g­alpa mit Geld zu stärken. Kriti­sche poli­ti­sche Arbeit ist leider auch 2018 weiter auf Geld ange­wiesen. Spenden sind will­kommen.

Die Zusam­men­ar­beit hat sich in den vergangen Jahren stetig verän­dert: Zu Beginn der 1990er Jahre rückten wir von der tradi­tio­nellen Förde­rung sandi­nis­ti­scher Massen­or­ga­ni­sa­tionen im Gewerk­schafts-, Frauen- bzw. Land­be­reich ab und gingen über zur Projekt­ar­beit mit kleinen Initia­tiven und Orga­ni­sa­tionen. Dies ergab sich einmal natur­wüchsig mit dem Zerfall homo­gener sandi­nis­tisch orien­tierter Verbände, hatte aber auch mit unserer Kritik an hier­ar­chi­schen und patri­ar­chalen Groß­or­ga­ni­sa­tionen zu tun. Ernst machen wollten wir damit aber auch mit der Kritik am Entwick­lungs­denken, indem wir statt der - von außen aufge­drängten und gesteu­erten - Entwick­lungs­hilfe den Austausch und die Bezie­hung zu konkreten Menschen in den Vorder­grund stellten.

Nach einer Neuaus­rich­tung unserer Projekt­po­litik unter­stützen wir seit 2009 nica­ra­gua­ni­sche soziale Basis­be­we­gungen und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen darin, thema­ti­sche poli­ti­sche Kampa­gnen, Bildungs-, Orga­ni­sa­tions- und Öffent­lich­keits­ar­beit für demo­kra­ti­sche und parti­zi­pa­tive Rechte und Selbst­or­ga­ni­sa­tion voran­zu­bringen. Damit sind wir auch davon abge­rückt, klas­si­sche „Entwick­lungs­maß­nahmen“ wie Land­kauf, Zuschüsse zu Kredit­sys­temen und Rota­ti­ons­fonds zu fördern; unter anderem weil unsere geringen finan­zi­ellen Mittel in diesem Bereich nur eine verhält­nis­mäßig beschei­dene Wirkung errei­chen können, während in der poli­ti­schen Bildungs- und Orga­ni­sa­ti­ons­ar­beit auch mit wenigen Geldern Beacht­li­ches auf die Beine gestellt wird.

Im Folgenden stellen wir die Bewe­gungen und Orga­ni­sa­tionen vor, mit denen wir über die Jahre eine Bezie­hung aufge­baut haben. Mit einigen arbeiten wir bereits seit langen zusammen, mit anderen gab es früher einen inten­siven Austausch und einige der Orga­ni­sa­tionen lernen wir in den vergangen Jahren neu kennen.

Feministische Bewegungen


 

Red de Mujeres de Matagalpa

Das Red de Mujeres de Mata­g­alpa ist ein Frauen-Netz­werk aus Mata­g­alpa, dass es bereits seit 1992 gibt. Das Netz­werk versteht sich als Raum der poli­ti­schen Teil­habe, Koor­di­nie­rung und Orga­ni­sie­rung von Frauen aus unter­schied­li­chen sozialen Sektoren. Es ist an das Movimi­ento Autó­nomo de Mujeres de Nica­ragua ange­schlossen. Mit viel­fäl­tigen Aktionen und Kampa­gnen, Radio- und Fern­seh­sen­dungen, Foren, Work­shops und Austel­lungen leistet das RMM einen wich­tigen Betrag zur Förde­rung und Vertei­di­gung der Rechte der Frauen.

Colectivo de Mujeres de Matagalpa

CMM (Frau­en­kol­lektiv), Mata­g­alpa
Die Gruppe mit der brei­testen Palette an Akti­vi­täten in Nica­ragua ist sicher­lich das gut orga­ni­sierte Colec­tivo de Mujeres Mata­g­alpa.

logo_cmmSie bieten Gesund­heits­für­sorge in regel­mä­ßigen Sprech­stunden speziell für Frauen an, aber auch Aids­be­ra­tung für Frauen und Jugend­liche, Rechts­be­ra­tung durch Juris­tinnen, Gewalt­prä­ven­tion und - aufklä­rung, Ausbil­dung von Promo­to­rinnen in den Stadt­teilen, Alpha­be­ti­sie­rungs­kurse, Thea­ter­gruppen und eine Radio­sta­tion. Landes­weit gibt es mit dem CMM nur noch drei Netz­werke, die zu gesund­heits­po­li­ti­schen Themen arbeiten.. Es gibt eine große Biblio­thek zu Frauen- und Gesund­heits­themen. Zusätz­lich haben sie ein umfang­rei­ches Programm an Broschüren, in denen zu den unter­schied­lichsten frau­en­po­li­ti­schen Themen Stel­lung genommen und infor­miert wird Ganz wichtig ist aber ihr Diskus­si­ons­bei­trag zu den frau­en­po­li­ti­schen Entwick­lungen in Nica­ragua und die Betei­li­gung an den jähr­li­chen Kampa­gnen der Frau­en­be­we­gung.

8 de marzo

(Frau­en­or­ga­ni­sa­tion), Managua
Die Orga­ni­sa­tion 8 de marzo - „8. März“ -  hat ihr Haus in einem Außen­be­zirk von Managua an der Carre­tera Norte Rich­tung Flug­hafen.

Sie arbeitet haupt­säch­lich in den umge­benden armen Barrios und unter­stützt Frauen in Gewalt­si­tua­tionen. 8.maerzSie bietet Recht­be­ra­tungen an und fördert die Frauen und ihre Fami­lien bei der Entwick­lung ökono­mi­scher Perspek­tiven. Für Jugend­liche gibt es in der Stadt­teil­ar­beit Sexu­al­auf­klä­rung und Gender­ar­beit.

8 de marzo macht zu all diesen Aspekten auch Thea­ter­ar­beit und trans­por­tiert damit noch auf andere Weise ihre wich­tigen poli­ti­schen und sozialen Themen.

Teatro Hijas de la Luna

(Thea­ter­pro­jekt), Managua
Hijas de la Luna („Töchter des Mondes“) ist ein femi­nis­ti­sches Thea­ter­pro­jekt, das 1999 aus dem Enga­ge­ment einiger Teil­neh­me­rinnen einer Weiter­bil­dungs­ver­an­stal­tung über sexu­elle und repro­duk­tive Rechte des Colec­tivo 8 de marzo hervor­ge­gangen ist. Mit der Grün­dung der Thea­ter­gruppe war das Ziel verbunden, Frauen und junge Menschen in ihrem Prozess zu unter­stützen, ihre eigenen Rechte wahr­zu­nehmen.

Teatro Hijas de la LunaHijas de la Luna möchte die Zivil­be­völ­ke­rung – insbe­son­dere Frauen und Jugend­liche – über die Themen rund um sexu­elle und repro­duk­tive Rechte sensi­bi­li­sieren, infor­mieren, aufklären und weiter­bilden.

Inner­halb ihrer Arbeit beschäf­tigen sie sich u.a. mit Rechten von Frauen. Themen sind u.a. (thera­peu­ti­sche) Abtrei­bung; Aids und Gebär­mut­ter­hals­krebs; Verhü­tungs­mittel; inner­fa­mi­liärer und sexua­li­sierter Gewalt; Bürger_innenrechte und Geschlech­ter­rollen. Das Medium des Thea­ters wird von ihnen als Werk­zeug gesehen, welches viel­fäl­tige Möglich­keiten schafft, diese Thema­tiken zu thema­ti­sieren und das Publikum dazu anzu­regen, Alter­na­tiven zu denken und diese mitzu­ge­stalten und somit direkte Anstöße zu geben. Die Arbeit von Hijas de la Luna umfasst neben der Konzep­tio­nie­rung und Auffüh­rung von Thea­ter­stü­cken, inhalt­liche Fort­bil­dungen und Theater-Work­shops sowie die Teil­nahme an Demons­tra­tionen und regio­nalen sowie inter­na­tio­nalen Treffen. Hijas de la Luna sind Teil des Movimi­ento Femi­nista de Nica­ragua und vernetzt mit weiteren regio­nalen und landes­weiten Frau­en­or­ga­ni­sa­tionen.

Movimiento Feminista de Nicaragua

(Netz­werk nica­ra­gua­ni­scher Frau­en­or­ga­ni­sa­tionen)

MovFem

Das Movimi­ento Femi­nista de Nica­ragua ist ein nica­ra­gua­weites Netz­werk femi­nis­ti­scher Orga­ni­sa­tionen und Einzel­per­sonen, welches aus einem lang­jäh­rigen Prozess der Refle­xion, Orga­ni­sa­tion und Parti­zi­pa­tion heraus entstanden ist. Es wurde Ende 2006 mit dem Ziel gegründet, die Kräfte zur Vertei­di­gung der Frau­en­rechte zu bündeln und diese so stärker gemeinsam vertreten zu können.

Ange­sichts fehlender Frei­heiten, einge­schränkter poli­ti­scher Spiel­räume und Angriffe der derzei­tigen Regie­rung gegen die Bewe­gung, setzte sich das Netz­werk in den letzten Jahren mutig für die Vertei­di­gung der sexu­ellen und repro­duk­tiven Rechte der Frauen ein.

Fundación entre Mujeres

FEM (Stif­tung unter Frauen), Estelí
Die Struktur der Arbeit der Funda­ción entre Mujeres, FEM ist ähnlich der der CMR. FEMEs gibt Unter­stüt­zung und Rechts­be­ra­tung bei inner­fa­mi­liärer Gewalt, Alpha­be­ti­sie­rungs­kurse und Hilfen zur ökono­mi­schen und sozialen Absi­che­rung des Lebens.

Der Schwer­punkt liegt etwas mehr auf der Entwick­lung einer wirt­schaft­li­chen Basis für die Frauen. Es gibt 5 Koope­ra­tiven, diese erhalten kollek­tiven Land­be­sitz zur Nutzung und später zum kollek­tiven Eigentum und produ­zieren als Koope­ra­tiven z.B. Kaffee oder betreiben Tier­zucht. Auch die Vermark­tung ist Teil der Schu­lungen von FEM. Zusätz­lich gibt es noch das Angebot einer gesund­heit­li­chen Versor­gung über FEM, durch eine mobile Gesund­heits­sta­tion, die regel­mäßig die Dörfer anfährt. In jeder Land­ge­meinde hat FEM gewählte Vertre­te­rinnen, die regel­mäßig zu Treffen des „Entwick­lungs­ko­mi­tees“ in die „Zentrale“ nach Esteli kommen, um dort die Probleme vor Ort gemeinsam zu bespre­chen, aber auch gemein­same Aktionen zu planen oder an Schu­lungs- und Info­ver­an­stal­tungen teil­zu­nehmen.

Ähnlich wie die Null-Hunger-Programme der Regie­rung hat die FEM seit drei Jahren eine Maßnahme, bei der jeweils Gruppen von 10 Frauen träch­tige Tiere, Saatgut und Klein­kre­dite erhalten. Nach einem Jahr sollen aus den Erträgen und Jung­tieren dann wieder die Pakete für neue Frauen bestückt werden. Begleitet wird das Programm von Bildungs- und Schu­lungs­maß­nahmen. Bisher haben 330 von ca. 1.000 Frauen, die in den Gemeinden über FEM orga­ni­siert sind, diesen Bonus bereits erhalten. Auch in den FEM Gemeinden betei­ligen sich die Frauen in den Land­ge­meinden an den CPCs, um vor Ort Einfluss zu behalten und das Feld nicht den CPC-Aktiven zu über­lassen.

Sozial-ökologische Kämpfe


 

Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario

ADIC (Verei­ni­gung für inte­grale
Kommu­nal­ent­wick­lung), Mata­g­alpa

Seit 1991 arbeitet die Asocia­ción para el Desar­rollo Inte­gral Comu­ni­tario, ADIC in Gemeinden und Stadt­vier­teln in Mata­g­alpa. Ihre Arbeit glie­dert sich in die Bereiche Gemein­de­or­ga­ni­sie­rung, Umwelt sowie poli­ti­sche Inter­es­sen­ver­tre­tung. Die Arbeit mit Frauen und Jugend­li­chen steht beson­ders im Mittel­punkt. Mit ihrer Arbeit möchten sie einen Beitrag zur Verbes­se­rung der Lebens­qua­lität leisten.

ADICADIC fördert die gleich­be­rech­tigte Teil­nahme von Frauen, Männern und Jugend­li­chen im Bereich Umwelt, Ökonomie und Selbst­or­ga­ni­sa­tion und -verwal­tung ihrer Gemeinden sowie eine Stär­kung der Rechte der Bürge­rinnen und Bürger. Zudem bieten sie Berufs- bzw. Bildungs­ori­en­tie­rung an und setzen sich für eine Stär­kung der Selbst­ver­wal­tung inner­halb der Gemeinden ein. ADIC ist aktives Mitglied im Red de Mujeres de Mata­g­alpa, Comi­sión Muni­cipal de la Niñez y Adole­scencia, Comi­sión Ejecu­tora de la Mujer y la Niñez, Consejo Muni­cipal de Salud, Coali­ción de Orga­ni­za­ciones por el Derecho al Agua und Comité de Desar­rollo Muni­cipal de Mata­g­alpa.

Movimiento Social Nicaragüense „Otro Mundo es Posible“

(Soziale Bewe­gung in Nica­ragua „Eine andere Welt ist möglich“)
Das Movimi­ento Social Nica­ra­güense „Otro Mundo es Posible“ ist ein hori­zon­tales Netz­werk von Personen, Kollek­tiven und Orga­ni­sa­tionen, die dem kapi­ta­lis­ti­schen System eine Alter­na­tive entgegen setzen möchten.

MSNEine alter­na­tive Globa­li­sie­rung der Menschen und Bevöl­ke­rungs­gruppen soll die Mensch­lich­keit in den Mittel­punkt stellen und Reich­tümer ohne Ausgren­zung teilen. Otro Mundo es Posible versteht sich als Teil einer welt­weiten Wider­stands­be­we­gung gegen den Neoli­be­ra­lismus. Beson­ders stark ist das Netz­werk im Norden und im Westen Nica­ra­guas sowie in Managua vertreten. Jede Region hat ihre eigenen Koor­di­na­ti­ons­me­cha­nismen und trägt ihre Entschei­dungen von regio­naler auf die natio­nale Ebene. Alle Regionen schi­cken Repräsentant_innen, die für sie im natio­nalen Koor­di­na­ti­ons­team spre­chen. Es gibt außerdem eine gewählte Koordinator_in, die jedes Jahr wech­selt. Das Netz­werk orga­ni­sierte neben vielen poli­ti­schen Akti­vi­täten auf der Straße auch eine „Schule der poli­ti­schen Bildung“: Hier wurden 50 Aktivist_innen aus Gemeinde-, Indi­gena-, Umwelt-, Frauen- und Jugend­or­ga­ni­sa­tionen in den Themen­be­rei­chen „Geschlecht und Macht­be­zie­hungen“, „ökono­mi­sche Macht­be­zie­hungen“ und „Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung und persön­liche Entwick­lung“ geschult.

Comité de Mujeres Rurales

CMR (Land­frau­en­or­ga­ni­sa­tion), León
Das Land­frau­en­kol­lektiv CMR richtet den Schwer­punkt der Arbeit auf länd­lich struk­tu­rierte stadt­nahe Gemeinden. Die Frauen einer Gemeinde treffen sich in Gruppen und bespre­chen gemeinsam Möglich­keiten zur Verbes­se­rung ihrer Rechte und ihrer wirt­schaft­li­chen Situa­tion.

Es werden Promo­to­rinnen ausge­bildet, an die sich die Frauen bei Gewalt­an­wen­dung in oder außer­halb der Familie wenden können. CMR_2Die Promo­to­rinnen bieten Gespräche an, beraten, trösten und begleiten die Frauen auf ihrem juris­ti­schen Weg durch die offi­zi­ellen Instanzen. Zusätz­lich gibt es Programme, um die wirt­schaft­liche Basis einzelner Frauen zu verbes­sern – Öffnen eines kleinen Ladens, Anbau von Gemüse, Aufzucht von Tieren, usw. Auch Alpha­be­ti­sie­rungs­kurse werden durch­ge­führt. Ziel ist immer, das Selbst­be­wusst­sein der einzelnen Frauen zu stärken und ihre ökono­mi­sche Basis zu verbes­sern. Einzelne Frauen nehmen auch an den Diskus­sionen inner­halb der neuen Bürger­räten CPC statt, die von der FSLN-Regie­rung parallel und in teil­weisem Wider­spruch zu der exis­tie­renden Kommu­nal­ver­fas­sung einge­richtet wurden. Trotz großer Kritik an diesen Struk­turen, will man die Diskus­si­ons­ho­heit in diesen Treffen nicht alleine den Vertreter/innen der Regie­rungs­po­litik über­lassen.

Ökonomie und Menschenrechte


 

Movimiento Comunal de Matagalpa

Das Movimi­ento Comunal de Mata­g­alpa versucht zusammen mit der Bevöl­ke­rung in den länd­li­chen Regionen und den margi­na­li­sierten Vier­teln der Stadt Mata­g­alpa eine selbst­or­ga­ni­sierte Infra­struktur aufzu­bauen und basis­de­mo­kra­ti­sche Prozesse poli­ti­scher Bildung zu etablieren. Logo_MCNDas Movimi­ento setzt sich ein für eine Verbes­se­rung der Lebens­be­din­gungen der Menschen in den Barrios und Gemeinden von Mata­g­alpa.

In 2010 wurden im Bereich der poli­ti­schen Infor­ma­ti­ons­ar­beit u.a. Kampa­gnen zum Thema Ernäh­rungs­sou­ve­rä­nität und Klima­wandel umge­setzt. Ein wich­tiges Projekt ihrer bewe­gungs­ori­en­tierten Jugend­ar­beit in 2011 war es, das Thema “Frau­en­morde, sexu­eller Miss­brauch, inner­fa­mi­liäre Gewalt und Straf­lo­sig­keit” in Angriff zu nehmen. In diesem Kontext ging es darum, die Jugend­li­chen nicht nur aufzu­klären, sondern sie zu Protagonist_innen der eigenen Entschei­dungen zu machen, sie zu befä­higen, sich zu schützen, die eigenen Rechte wahr­zu­nehmen, Soli­da­rität von anderen einzu­for­dern und mit Aktionen einen sozialen Wandel zu unter­stützen. Eben­falls in 2011 errich­tete eine Soli­da­ri­täts-Brigade von Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua und Ökume­ni­schem Büro München gemeinsam mit Aktivist_innen des Movimi­ento Comunal in einer länd­li­chen Gemeinde von Mata­g­alpa ein Gemein­de­ak­ti­ons­zen­trum.

Asociación Nicaragüense de Afectados por Insuficiencia Renal Crónica

ANAIRC (Nica­ra­gua­ni­sche Verei­ni­gung durch Nieren­in­suf­fi­zienz Geschä­digter)
Asocia­ción Nica­ra­güense de Afec­tados por Insu­fi­ci­encia Renal Crónica, ANAIRC, ist ein Zusam­men­schluss an chro­ni­scher Nieren­in­suf­fi­zienz erkrankter, ehema­liger Zucker­rohr­ar­beiter und -arbei­te­rinnen sowie einiger Witwen ehema­liger Arbeiter, die nach jahre­langer Arbeit in den Zucker­rohr­plan­tagen entlassen wurden, nachdem sich ihr Gesund­heits­zu­stand aufgrund des Pesti­zid­ein­satzes verschlech­tert hatte. Sie schlossen sich vor allem zusammen, um von dem Unter­nehmen Ingenio San Antonio, das Mitglied der Pellas-Unter­neh­mens­gruppe ist, eine Entschä­di­gung für die Gesund­heits­schäden zu verlangen. Die Verei­ni­gung kämpft eben­falls für eine Verbes­se­rung der Arbeits- und Umwelt­be­din­gungen in dem Unter­nehmen und tritt dafür ein, dass die Regie­rungs­in­sti­tu­tionen in solchen Konflikten vermit­teln. Zur Zeit hat ANAIRC 317 einge­tra­gene Mitglieder.

Ihre haupt­säch­li­chen Akti­vi­täten bestehen in der Mobi­li­sie­rung von Protest­mär­schen, in einer Protest­sied­lung in Managua, die solange aufrecht erhalten werden soll bis die Pellas-Gruppe einem posi­tiven Dialog mit ANAIRC zustimmt und in gele­gent­li­chen Demons­tra­tionen zum Haupt­ge­bäude der Pellas-Gruppe.

 

Jino­tega. La Cucul­meca veran­staltet seit 1991 Bildungs- und Schu­lungs­ver­an­stal­tungen. Er arbeitet für umwelt­po­li­ti­sche Themen, die nach­hal­tige Nutzung der natür­li­chen Ressourcen, die Betei­li­gung der Bürge­rinnen und Bürger an der Entwick­lung inner­halb ihrer Gemeinden sowie im Bildungs­be­reich.

La Cuculmeca

(Bildungs- und Kommu­ni­ka­ti­ons­verein)
cuculmecaLa Cucul­meca - Asocia­ción de Comu­ni­cación y Educación ist ein Bildungs- und Kommu­ni­ka­tions-
verein mit Sitz in