Partner*innenorganisationen in Nicaragua

Befreundete Organisationen in Nicaragua

Das Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua e.V. hat in den vielen Jahren seiner Arbeit in Nica­ragua gute Bezie­hungen mit einem bunten Fächer lokaler Partner*innenorganisationen aufbauen können. Diese Orga­ni­sa­tionen arbeiten zu Themen, die auch uns im Info­büro bewegen. Deshalb haben wir im Verlauf der vergangen 40 Jahre eine Menge gelernt und neue Perspek­tiven auf Femi­nismus, sozial-ökolo­gi­sche Kämpfe und globe Wirt­schafts­struk­turen kennen­ge­lernt.

Der Austausch und die Zusam­men­ar­beit mit den Orga­ni­sa­tionen gestaltet sich sehr divers: Im Vorder­grund steht der inhalt­liche Austausch. Bei den vom Info­büro orga­ni­sierten Brigaden arbei­teten wir in der Regel an Projekten mit, die eine Infra­struktur für die poli­ti­sche Selbst­or­ga­ni­sa­tionen bilden. Bei den Inter­viewreisen lernten wir die poli­ti­schen Kämpfe und Forde­rungen und verschie­denen Formen der Orga­ni­sa­tion kennen. Einige der Orga­ni­sa­tionen unter­stützen wir mit Spenden.

Die Zusam­men­ar­beit hat sich in den vergangen Jahren stetig verän­dert: Zu Beginn der 1990er Jahre rückten wir von der tradi­tio­nellen Förde­rung sandi­nis­ti­scher Massen­or­ga­ni­sa­tionen im Gewerk­schafts-, Frauen- bzw. Land­be­reich ab und gingen über zur Projekt­ar­beit mit Gras­wur­zel­in­itia­tiven und Orga­ni­sa­tionen. Dies ergab sich einer­seits mit dem Zerfall homo­gener sandi­nis­tisch orien­tierter Verbände, hatte aber auch mit unserer Kritik an hier­ar­chi­schen und patri­ar­chalen Groß­or­ga­ni­sa­tionen zu tun. Ernst machen wollten wir damit aber auch mit der Kritik am Entwick­lungs­denken, indem wir statt der - von außen aufge­drängten und gesteu­erten - Entwick­lungs­hilfe den Austausch und die Bezie­hung zu konkreten Menschen in den Vorder­grund stellten.

Nach einer Neuaus­rich­tung unserer Projekt­po­litik unter­stützen wir seit 2009 nica­ra­gua­ni­sche soziale Basis­be­we­gungen und Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tionen darin, thema­ti­sche poli­ti­sche Kampa­gnen, Bildungs-, Orga­ni­sa­tions- und Öffent­lich­keits­ar­beit für demo­kra­ti­sche und parti­zi­pa­tive Rechte und Selbst­or­ga­ni­sa­tion voran­zu­bringen. Damit sind wir auch davon abge­rückt, klas­si­sche „Entwick­lungs­maß­nahmen“ wie Land­kauf, Zuschüsse zu Kredit­sys­temen und Rota­ti­ons­fonds zu fördern; unter anderem weil unsere geringen finan­zi­ellen Mittel in diesem Bereich nur eine verhält­nis­mäßig beschei­dene Wirkung errei­chen können, während in der poli­ti­schen Bildungs- und Orga­ni­sa­ti­ons­ar­beit auch mit wenigen Geldern Beacht­li­ches auf die Beine gestellt wird.

Im Folgenden stellen sich die Bewe­gungen und Orga­ni­sa­tionen vor, mit denen wir über die Jahre eine Bezie­hung aufge­baut haben. Mit einigen arbeiten wir bereits seit langen zusammen, mit anderen gab es früher einen inten­siven Austausch und einige der Orga­ni­sa­tionen lernen wir in den vergangen Jahren neu kennen. Zunächst stellen wir vor, welche poli­ti­sche Arbeit wir aktuell finan­ziell unter­stützen. Daraufhin folgen die Orga­ni­sa­tionen, mit denen wir einen inhalt­li­chen Austausch pflegen.

Förderung politischer Bündnisse und Gruppen in 2018


2018 unter­stützen wir, wie 2017, finan­ziell die poli­ti­sche Arbeit unserer Partner*innen in Nica­ragua in drei Berei­chen. Das Geld geht an poli­ti­sche Bünd­nisse, in denen unsere Partner*innen aktiv sind. Das Bündnis Grupo Estra­té­gico en Alianza por la Protección Ambi­ental setzt sich in Mata­g­alpa gegen extrak­ti­vis­ti­sche Projekte ein. CENIDH finan­ziert mit den Spenden ihre Menschen­rechts­ar­beit. Außerdem entschieden wir, weiterhin den femi­nis­ti­schen Kampf des Red de Mujeres de Mata­g­alpa mit Geld zu stärken.

Kriti­sche poli­ti­sche Arbeit ist leider auch 2018 weiter auf Geld ange­wiesen. Spenden sind will­kommen.

Red de Mujeres de Matagalpa

 

 

Das Red de Mujeres de Mata­g­alpa ist ein Frauen-Netz­­werk aus Mata­g­alpa. 1992 grün­deten Frauen das Netz­werk, um auf die gesell­schaft­lich ungleiche Stel­lung der Frauen zu reagieren. Sie fordern aus diesem Grund gesell­schaft­li­che Verän­de­rungen, die sich insbe­son­dere auf die Rechte von Mädchen und Frauen beziehen.

Das Kollektiv versteht sich als poli­ti­sches und femi­nis­ti­sches Netz­werk, das einen Raum der poli­ti­schen Teil­habe, Koor­di­nie­rung und Orga­ni­sie­rung von Frauen aus unter­schied­li­chen sozialen Sektoren schafft. Dabei arbeiten sie selbst­be­stimmt und gene­ra­ti­ons­über­grei­fend.

Die Arbeit von RMM zeichnet sich durch viel­fäl­tige Aktionen und Kampa­gnen, Radio- und Fern­seh­sen­dungen, Foren, Work­shops und Ausstel­lungen aus. Damit leistet das Kollektiv einen wich­tigen Betrag zur Förde­rung und Vertei­di­gung der Rechte der Frauen. Im Fokus steht dabei die öffent­liche Anklage von Unge­rech­tig­keiten und Gewalt­taten gegen­über Frauen. RMM ist an das bundes­weite Netz­werk Movimi­ento Autó­nomo de Mujeres de Nica­ragua ange­schlossen. In Mata­g­alpa arbeitet das Kollektiv eng mit zahl­rei­chen femi­nis­ti­schen Gruppen zusammen, wie der Grupo Venancia.

CENIDH

CENIDH (Centro Nica­ra­guense de Derechos Humanos) ist eine Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tion, die 1990 aus einer zivil­ge­sell­schaft­li­chen Initia­tive heraus entstand, um für den Schutz der Rechte der Menschen einzu­stehen. Dabei sehen sie sich als proak­tive Insti­tu­tion, die  nach einem ganz­heit­lichen Ansatz Menschen­rechte fördert und vertei­digt: CENDIH bezieht  Fragen der Geschlechter- und Gerech­tig­keit zwischen den Gene­ra­tionen in ihre Menschen­rechts­ar­beit inte­gral mit ein. Sie fördern soziale Gerech­tig­keit um ihr Ziel nach einem fried­li­chen Zusam­men­leben zu errei­chen.  

CENIDH hat zum Ziel kriti­sches Denken zu fördern und einen Werte- und Einstel­lungs­wandel anzu­leiten. Auf diese Weise schaffen sie ein Bewusst­sein der Bevöl­ke­rung dafür, was es bedeutet Menschen mit Rechten und Pflichten zu sein. Darüber hinaus befä­higen sie Menschen dazu, ihre Rechte zu vertei­digen und sich für die Vertei­di­gung der Rechte von anderen einzu­setzen. Auf diese Weise hat CENIDH heute ein Netz­werk aus über 1000 Menschen­rechts­pro­mo­tor*innen aufge­baut.

Die Arbeit von CENIDH gestaltet sich sehr viel­schichtig: Sie fördern und vertei­digen Menschen­rechte aktiv durch eine recht­liche und mora­li­sche Beglei­tung in Vertei­di­gungs­pro­zessen, sie unter­su­chen Straf­an­zeigen und bieten Präsenz und Media­tion in Konflikt­si­tua­tionen an. Mithilfe von Menschen­rechts­work­shops arbeiten sie außerdem bildungs­po­li­tisch und sie sind in der Forschung tätig. Zudem fertigen sie jedes Jahr einen Bericht über die Menschen­rechts­si­tua­tion in Nica­ragua an.

Einen ausführ­li­chen Über­blick über die began­genen Menschen­rechts­ver­let­zungen im Zuge der aktu­ellen Proteste findet ihr hier (Stand 18.07.2018).
Weitere Infos zu CENIDH und ihrer Arbeit findet ihr auch auf ihren Social Media Kanälen.

 

Grupo Estratégico en Alianza por la Protección Ambiental

Die Grupo Estra­té­gico en Alianza por la Protección Ambi­ental (Stra­te­gi­sche Gruppe für Umwelt­schutz) ist ein zivil­ge­sell­schaft­li­ches Kollektiv, das Wider­stand gegen Berg­bau­pro­jekte im Gebiet Rancho Grande leistet.  Das Haupt­ziel der Gruppe ist der Schutz der ökolo­gi­schen und sozialen Umwelt vor nega­tiven Einflüssen, die durch Bergbau entstehen.

Der Erfolg der zivil­ge­sell­schaft­lichen Initia­tive in Rancho Grande gilt dabei als Meilen­stein in der Geschichte des nica­ra­gua­ni­schen Bergbau-Wider­­stands: Seit 2000 protes­tierten Menschen fried­lich gegen das geplante Berg­bau­pro­jekt und waren 2015 erfolg­reich.  Aufgrund ihrer Protest­ak­tionen wurde der Vertrag für das geplantes Berg­bau­pro­jekt  zwischen der nica­ra­gua­ni­schen Regie­rung und einem kana­di­schen Unter­nehmen für undurch­führbar erklärt.

Die  Grupo Estra­té­gico setzt sich für die Inter­essen der von Bergbau betrof­fenen  Bevöl­ke­rung ein. Die Projekte haben nega­tive Folgen für  Umwelt und Menschen: Zerstö­rung der Flora und Fauna, Enteig­nung der Böden, Verdrän­gung und Umsied­lung der lokalen Bevöl­ke­rung, Konta­mi­na­tion des Wassers und der Luft durch saure Abflüsse, Proli­fe­ra­tion von Krank­heiten etc.

Der vermeint­lich posi­tive wirt­schaft­liche Nutzen der Projekte wurde als gering heraus­ge­stellt und darüber hinaus die Inter­ven­tion durch auslän­di­sche Firmen als Ausbeu­tung erkannt. Aus diesem Grund fordert die Gruppe eine staat­liche Regu­lie­rung und Kontrolle der Berg­bau­pro­jekte.

Im politischen Austausch mit…


 

Movimiento Comunal de Matagalpa

Das Movimi­ento Comunal de Mata­g­alpa versucht zusammen mit der Bevöl­ke­rung in den länd­li­chen Regionen und den margi­na­li­sierten Vier­teln der Stadt Mata­g­alpa eine selbst­or­ga­ni­sierte Infra­struktur aufzu­bauen und basis­de­mo­kra­ti­sche Prozesse poli­ti­scher Bildung zu etablieren. Logo_MCNDas Movimi­ento setzt sich ein für eine Verbes­se­rung der Lebens­be­din­gungen der Menschen in den Barrios und Gemeinden von Mata­g­alpa.

In 2010 wurden im Bereich der poli­ti­schen Infor­ma­ti­ons­ar­beit u.a. Kampa­gnen zum Thema Ernäh­rungs­sou­ve­rä­nität und Klima­wandel umge­setzt. Ein wich­tiges Projekt ihrer bewe­gungs­ori­en­tierten Jugend­ar­beit in 2011 war es, das Thema “Frau­en­morde, sexu­eller Miss­brauch, inner­fa­mi­liäre Gewalt und Straf­lo­sig­keit” in Angriff zu nehmen.

In diesem Kontext ging es darum, die Jugend­li­chen nicht nur aufzu­klären, sondern sie zu Protagonist*innen der eigenen Entschei­dungen zu machen, sie zu befä­higen, sich zu schützen, die eigenen Rechte wahr­zu­nehmen, Soli­da­rität von anderen einzu­for­dern und mit Aktionen einen sozialen Wandel zu unter­stützen. Eben­falls in 2011 errich­tete eine Soli­da­ri­täts-Brigade von Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua und Ökume­ni­schem Büro München gemeinsam mit Aktivist*innen des Movimi­ento Comunal in einer länd­li­chen Gemeinde von Mata­g­alpa ein Gemein­de­ak­ti­ons­zen­trum.

Fundación del Río

CC BY 2.0 Funda­ción del Río

Die Funda­ción del Río (Stif­tung des Flusses) ist eine Umwelt-NGO, die das Ziel verfolgt den Schutz der Natur­güter und des Guten Lebens der Gemeinden im Südosten Nica­ra­guas zu fördern.  Die Orga­ni­sa­tion unter­stützt Selbst­or­ga­ni­sa­tion und die Vertei­di­gung des Terri­to­riums, die Verwur­ze­lung mit dem Land, poli­ti­sche Bildung und den gleich­be­rech­tigten Zugang zu glei­chen Rechten für Männer und Frauen. Gegründet im Jahr 1990, haben sie ihren Sitz in den Gemeinden San Migue­lito, San Carlos und El Castillo im Depar­ta­mento Río San Juan. In Koope­ra­tion mit verschie­denen bäuer­li­chen und indi­genen Orga­ni­sa­tionen sind sie außerdem in den Muni­ci­pios San Juan de Nica­ragua, Neuguinea und Blue­fields präsent.

Foto: Tamara Kaschek

Eines der Haupt­werk­zeuge ihres Kampfes sind zwei Gemein­schafts­ra­dios, die sie in Río San Juan aufbauen konnten (Radio Voz Juvenil und Radio Hume­dales). Von dort aus infor­mieren sie über die Umwelt­kämpfe. Dabei lassen sie die Bevöl­ke­rung in die Mikro­fone spre­chen, sodass ihr Wider­stand und ihr Schaffen von Alter­na­tiven zu dem kapi­ta­lis­ti­schen, kolo­nialen und patri­ar­chalen Modell gehört wird.

Aufgrund ihrer unab­hän­gigen, kriti­schen und verant­wor­tungs­be­wussten Haltung gegen­über der Natur und allge­mein dem Südosten Nica­ra­guas sind sie dem Druck der Regie­rung ausge­setzt, der sowohl lokal in den Gebieten bis hin zu den öffent­li­chen Insti­tu­tionen auf natio­naler Ebene spürbar ist.

Aktuell kämpfen sie vor allem um den Erhalt des Biolo­gi­schen Reser­vats Indio-Maíz, eines der zwei wich­tigsten Wald­ge­biete in Nica­ragua. Die UNESCO erkannte es als ein Gebiet von globaler Bedeu­tung an. Weitere Infor­ma­tionen erhaltet ihr auf ihrer Website, sozialen Netz­werken oder per Mail

CC BY-NC 2.0 Funda­ción del Río

 

 

 

Fundación Popol Na

Bald erfahrt ihr hier mehr über die Arbeit von Popol Na.

Asociación para el Desarrollo Integral Comunitario

ADIC (Verei­ni­gung für inte­grale
Kommu­nal­ent­wick­lung), Mata­g­alpa

Seit 1991 arbeitet die Asocia­ción para el Desar­rollo Inte­gral Comu­ni­tario, ADIC in Gemeinden und Stadt­vier­teln in Mata­g­alpa. Ihre Arbeit glie­dert sich in die Bereiche Gemein­de­or­ga­ni­sie­rung, Umwelt sowie poli­ti­sche Inter­es­sen­ver­tre­tung. Die Arbeit mit Frauen und Jugend­li­chen steht beson­ders im Mittel­punkt. Mit ihrer Arbeit möchten sie einen Beitrag zur Verbes­se­rung der Lebens­qua­lität leisten.

ADICADIC fördert die gleich­be­rech­tigte Teil­nahme von Frauen, Männern und Jugend­li­chen im Bereich Umwelt, Ökonomie und Selbst­or­ga­ni­sa­tion und -verwal­tung ihrer Gemeinden sowie eine Stär­kung der Rechte der Bürge­rinnen und Bürger. Zudem bieten sie Berufs- bzw. Bildungs­ori­en­tie­rung an und setzen sich für eine Stär­kung der Selbst­ver­wal­tung inner­halb der Gemeinden ein. ADIC ist aktives Mitglied im Red de Mujeres de Mata­g­alpa, Comi­sión Muni­cipal de la Niñez y Adole­scencia, Comi­sión Ejecu­tora de la Mujer y la Niñez, Consejo Muni­cipal de Salud, Coali­ción de Orga­ni­za­ciones por el Derecho al Agua und Comité de Desar­rollo Muni­cipal de Mata­g­alpa.

Colectivo de Mujeres de Matagalpa

CMM (Frau­en­kol­lektiv), Mata­g­alpa
Die Gruppe mit der brei­testen Palette an Akti­vi­täten in Nica­ragua ist sicher­lich das gut orga­ni­sierte Colec­tivo de Mujeres Mata­g­alpa.

logo_cmmSie bieten Gesund­heits­für­sorge in regel­mä­ßigen Sprech­stunden speziell für Frauen an, aber auch Aids­be­ra­tung für Frauen und Jugend­liche, Rechts­be­ra­tung durch Juris­tinnen, Gewalt­prä­ven­tion und - aufklä­rung, Ausbil­dung von Promo­to­rinnen in den Stadt­teilen, Alpha­be­ti­sie­rungs­kurse, Thea­ter­gruppen und eine Radio­sta­tion. Landes­weit gibt es mit dem CMM nur noch drei Netz­werke, die zu gesund­heits­po­li­ti­schen Themen arbeiten.. Es gibt eine große Biblio­thek zu Frauen- und Gesund­heits­themen. Zusätz­lich haben sie ein umfang­rei­ches Programm an Broschüren, in denen zu den unter­schied­lichsten frau­en­po­li­ti­schen Themen Stel­lung genommen und infor­miert wird Ganz wichtig ist aber ihr Diskus­si­ons­bei­trag zu den frau­en­po­li­ti­schen Entwick­lungen in Nica­ragua und die Betei­li­gung an den jähr­li­chen Kampa­gnen der Frau­en­be­we­gung.

Ehemalige Partner*innenorganisationen


In den letzten Jahr­zehnten gab es zahl­reiche Initia­tiven und Orga­ni­sa­tionen, zu denen das Info­büro Kontakt hatte. Orga­ni­sa­tionen haben sich aufge­löst und poli­ti­sche Kampa­gnen wurden beendet. Andere Gruppen, mit denen das Info­büro keinen aktiven Austausch mehr pflegt, sind in Nica­ragua jedoch weiter aktiv. Im Folgenden möchten wir mit einer kleinen Auswahl daran erin­nern, welche poli­ti­sche Arbeit mit Spenden geför­dert wurde oder mit welchen Orga­ni­sa­tionen wir im poli­ti­schen Austausch standen.

La Cuculmeca

cuculmecaLa Cucul­meca - Asocia­ción de Comu­ni­cación y Educación ist ein Bildungs- und Kommu­ni­ka­tions-
verein mit Sitz in Jino­tega. La Cucul­meca veran­staltet seit 1991 Bildungs- und Schu­lungs­ver­an­stal­tungen. Er arbeitet für umwelt­po­li­ti­sche Themen, die nach­hal­tige Nutzung der natür­li­chen Ressourcen, die Betei­li­gung der Bürge­rinnen und Bürger an der Entwick­lung inner­halb ihrer Gemeinden sowie im Bildungs­be­reich.

Asociación Nicaragüense de Afectados por Insuficiencia Renal Crónica

ANAIRC (Nica­ra­gua­ni­sche Verei­ni­gung durch Nieren­in­suf­fi­zienz Geschä­digter)
Asocia­ción Nica­ra­güense de Afec­tados por Insu­fi­ci­encia Renal Crónica, ANAIRC, ist ein Zusam­men­schluss an chro­ni­scher Nieren­in­suf­fi­zienz erkrankter, ehema­liger Zucker­rohr­ar­beiter und -arbei­te­rinnen sowie einiger Witwen ehema­liger Arbeiter, die nach jahre­langer Arbeit in den Zucker­rohr­plan­tagen entlassen wurden, nachdem sich ihr Gesund­heits­zu­stand aufgrund des Pesti­zid­ein­satzes verschlech­tert hatte. Sie schlossen sich vor allem zusammen, um von dem Unter­nehmen Ingenio San Antonio, das Mitglied der Pellas-Unter­neh­mens­gruppe ist, eine Entschä­di­gung für die Gesund­heits­schäden zu verlangen. Die Verei­ni­gung kämpft eben­falls für eine Verbes­se­rung der Arbeits- und Umwelt­be­din­gungen in dem Unter­nehmen und tritt dafür ein, dass die Regie­rungs­in­sti­tu­tionen in solchen Konflikten vermit­teln. Zur Zeit hat ANAIRC 317 einge­tra­gene Mitglieder.

Ihre haupt­säch­li­chen Akti­vi­täten bestanden in der Mobi­li­sie­rung von Protest­mär­schen, in einer Protest­sied­lung in Managua, die solange aufrecht erhalten werden soll bis die Pellas-Gruppe einem posi­tiven Dialog mit ANAIRC zustimmt und in gele­gent­li­chen Demons­tra­tionen zum Haupt­ge­bäude der Pellas-Gruppe.

8 de marzo

(Frau­en­or­ga­ni­sa­tion), Managua
Die Orga­ni­sa­tion 8 de marzo - „8. März“ -  hat ihr Haus in einem Außen­be­zirk von Managua an der Carre­tera Norte Rich­tung Flug­hafen.

Sie arbeitet haupt­säch­lich in den umge­benden armen Barrios und unter­stützt Frauen in Gewalt­si­tua­tionen. 8.maerzSie bietet Recht­be­ra­tungen an und fördert die Frauen und ihre Fami­lien bei der Entwick­lung ökono­mi­scher Perspek­tiven. Für Jugend­liche gibt es in der Stadt­teil­ar­beit Sexu­al­auf­klä­rung und Gender­ar­beit.

8 de marzo macht zu all diesen Aspekten auch Thea­ter­ar­beit und trans­por­tiert damit noch auf andere Weise ihre wich­tigen poli­ti­schen und sozialen Themen.