Spendenaufruf und Interview mit Madelaine Caracas aus der Studierendenbewegung

Freies Nicaragua! Spenden für Anti-Repressionsarbeit

Seit  April erhebt sich in Nica­ragua die Bevöl­ke­rung gegen die auto­ri­täre Orte­ga/­Mu­rillo-Regie­rung. Diese hat die mutigen Proteste mit beispiel­loser Gewalt beant­wortet, bislang sind über 200 Tote zu beklagen, über 1500 Verwun­dete und viele Verschwun­dene. Das Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua e.V. unter­stützt die Forde­rungen der zivil­ge­sell­schaft­li­chen Gruppen der Alianza Cívica und ruft zu Spenden für die Versor­gung der Verletzten, Schutz vor Repres­sion und Menschen­rechts­ar­beit auf.

Konto Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua e.V. IBAN DE56 3305 0000 0000 9767 38 

Stich­wort: Anti-Repres­sion

 

Welchen poli­ti­schen Protest ihr mit Eurer Spende unter­stützt, erfahrt ihr in unserem Inter­view mit Made­laine Caracas von der neuen Studie­ren­den­be­we­gung.

Das folgende Inter­view erscheint in der Juli/Au­gust-Ausgabe der ILA:

Er führte uns seine ganze Macht vor

Seit Mitte Juni ist Made­laine Caracas mit zwei weiteren Vertre­te­rinnen der neuen nica­ra­gua­ni­schen Studie­ren­den­be­we­gung im Rahmen der „Cara­vana infor­ma­tiva de la soli­daridad inter­na­cional con Nica­ragua“ in Europa unter­wegs. Sie ist ein bekanntes Gesicht der Bewe­gung geworden, seit sie im Mai am ersten Tag des Natio­nalen Dialogs aufstand und die Namen der Ermor­deten vorlas (siehe youtube: „Estu­di­antes leen lista de muertos a Daniel Ortega, 17.5.2018). Klaus Hess und Barbara Lucas vom Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua trafen sie für dieses Inter­view vor einer Veran­stal­tung in Biele­feld am 16. Juni 2018.

Made­laine, bitte erzähl uns zunächst, wie Du Akti­vistin geworden bist und was hierfür die entschei­denden Momente waren.

Ich studiere Kommu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaften an der „Univer­sidad Centro­ame­ri­cana“ (UCA) in Managua. In der Zeit vor den heftigen Protesten im April war ich schon Akti­vistin in der Umwelt­schutz­be­we­gung und hatte bereits in Managua an den Protesten der Campe­sinos gegen den Bau des Kanals teil­ge­nommen. Seit meiner Kind­heit inter­es­siert mich zeit­ge­nös­si­sche Kunst und ich bin schon lange künst­le­risch tätig, stets dort, wo Kunst und Soziales sich über­schneiden. Ich habe mich zum Beispiel in einer Kampagne gegen Über­griffe auf Frauen auf der Straße enga­giert. So haben wir eine Beschäf­ti­gung mit dem Thema Gewalt gegen Frauen im urbanen Raum in Gang gesetzt.

Als am 3. April im Biosphä­ren­re­servat Indio Maíz ein Feuer ausbrach und die Regie­rung vier Tage lang nichts unter­nahm, waren wir unglaub­lich empört. Diese Empö­rung hatte nicht nur mit dem Thema Umwelt zu tun, sondern insge­samt damit, wie Ortega in den letzten Jahren die Forde­rungen der Bevöl­ke­rung igno­riert hatte. Mit unserer Empö­rung darüber, dass die Regie­rung Indio Maíz abbrennen ließ, brachten wir auch dieses Unwohl­sein zum Ausdruck. Als ich mit anderen Student*innen, jungen Umweltaktivist*innen und enga­gierten Bürger*innen auf die Straße ging, hatte sich so viel Verär­ge­rung ange­staut und bereits so viel Protest in den sozialen Netz­werken arti­ku­liert, dass der Zeit­punkt gekommen war, diese Empö­rung  in Aktion umzu­setzen. Kurz darauf gab es eine Konfron­ta­tion an der UCA zwischen mir, anderen Studie­renden und dem  Abge­ord­neten Edwin Castro, der als Dozent ironi­scher­weise Vorle­sungen zum Thema „Verfas­sungs­recht“ abhielt. Wir waren vorher schon bei unseren Protesten von Regierungsanhänger*innen ange­griffen worden, wobei die Gewalt aller­dings längst nicht das Ausmaß erreicht hatte, welches sie später erreichte. Wir gingen also in seine Vorle­sung, stellten ihn zur Rede und fragten, wieso er die Umweltaktivist*innen „Verbre­cher und Krimi­nelle“ nannte.  Aber er zog sich einfach zurück, begab sich in den Schutz von Poli­zisten und schickte seine Studenten vor, um uns zu antworten. Danach begann die persön­liche Repres­sion mir gegen­über. Ich bekam Drohnach­richten, die mich einschüch­tern sollten, so wie alle anderen auch, die auf die Straße gegangen waren.

Und dann kam die Sozi­al­re­form. Viele junge Leute hatten das Gefühl, dass nun der Moment gekommen war, sich besser zu orga­ni­sieren. Denn bisher gab es dazu keine Möglich­keit, da an den öffent­li­chen Univer­si­täten nur die UNEN (Unión Nacional de Estu­di­antes de Nica­ragua) vertreten war, die wie ein verlän­gerter Arm der Regie­rung funk­tio­niert und deren Ideo­logie vertritt. Es gab bis dahin keinerlei auto­nome Studie­ren­den­ver­tre­tung. Also habe ich mich hierfür einge­setzt. Später haben wir die soge­nannte „Coor­di­na­dora Univer­si­taria por la demo­cracia y la justicia“ (Univer­si­täts­ko­or­di­na­tion für Demo­kratie und Gerech­tig­keit) gegründet, eine von fünf studen­ti­schen Orga­ni­sa­tionen, die die große Koali­tion studen­ti­scher Orga­ni­sa­tionen bilden, die beim natio­nalen Dialog die Student*innen vertreten.

Sind diese fünf Orga­ni­sa­tionen natio­nale Orga­ni­sa­tionen oder einfach an verschie­denen Unis ange­sie­delt? Worin unter­scheiden sie sich und wie koor­di­nieren sie sich?

Von den fünf Orga­ni­sa­tionen sind vier Studen­ten­be­we­gungen und wir als Coor­di­na­dora sind der Ort, an dem sich die Bewe­gungen koor­di­nieren und gemein­same Forde­rungen aufstellen. In der Coor­di­na­dora haben wir Sprecher*innen von insge­samt sieben öffent­li­chen und privaten Univer­si­täten, wobei jede Studen­ten­be­we­gung unab­hängig bleibt und ihre eigene Orga­ni­sa­ti­ons­logik hat. Im Endef­fekt eint uns das Inter­esse, die Auto­nomie der Univer­si­täten zurück zu erlangen und zu errei­chen, dass Ortega geht.

Wir versu­chen gene­rell natür­lich, alte Orga­ni­sa­ti­ons­muster zu durch­bre­chen und neue Formen der Orga­ni­sa­tion zu finden, denn wenn wir das auto­ri­täre und machis­ti­sche System durch­bre­chen wollen, müssen wir damit in unserer eigenen Orga­ni­sa­tion anfangen.

Nehmen die verschie­denen Gruppen auch verschie­dene Rollen und Funk­tionen ein im gegen­wär­tigen Protest?

Die Coor­di­na­dora zum Beispiel hat zur Haupt­auf­gabe, sich auf den natio­nalen Dialog vorzu­be­reiten und unsere poli­ti­sche Posi­tio­nie­rung zu disku­tieren. Wir gehen hierfür auch direkt zu den Student*innen hin, etwa zu den besetzten Univer­si­täten. Es gibt verschie­dene Arbeits­gruppen in der Coor­di­na­dora und natür­lich auch verschie­dene Aufgaben. So gibt es etwa die Student*innen, die bei den Pres­se­kon­fe­renzen auftreten und dieje­nigen, die im Hinter­grund für die Logistik zuständig sind, und andere, die Texte schreiben. Aber im Prinzip rotieren wir. Deshalb spre­chen wir immer von unseren „momen­tanen Sprecher*innen“, weil auch diese Funk­tion von allen ausge­füllt werden kann und wird. In der Coor­di­na­dora  haben wir darüber hinaus gute Bezie­hungen zur Bauern­be­we­gung, vor allem zu Doña Fran­cisca Ramírez. Deshalb sind wir auch zu den Stra­ßen­sperren der Bauern hinge­fahren, um eine Schicht an den Stra­ßen­sperren gemeinsam mit ihnen zu verbringen.

Welche Teile der Bevöl­ke­rung und welche sozialen Akteure betrachtet ihr als Eure Verbün­deten?

Beim natio­nalen Dialog fordern wir gemeinsam mit den Privat­un­ter­neh­mern und der Zivil­ge­sell­schaft Gerech­tig­keit und die Demo­kra­ti­sie­rung des Landes. Natür­lich wissen wir, dass die Privat­un­ter­nehmer in den letzten Jahren eng mit der Regie­rung verbunden waren und aus ökono­mi­schen Inter­essen heraus agieren. Nichts­des­to­trotz haben sie heute ihre Haltung geän­dert und sich jetzt auf die Seite der Gesell­schaft gestellt, was die Posi­tion von Ortega schwächt.

Es gibt Arbeits­gruppen für den natio­nalen Dialog mit den Mitglie­dern, aber auch anderen, die bisher nicht betei­ligt waren. So hatten wir ein Treffen mit den Femi­nis­tinnen, mit Anführer*innen der afri­ka­nisch­stäm­migen und indi­genen Commu­nities, mit Menschen­rechts­gruppen und LGTB- Gruppen. Zwar können nicht alle beim natio­nalen Dialog selbst anwe­send sein, aber wir wollen in diesen Versamm­lungen die Inter­essen von allen kennen­lernen und dann vorbringen.

Ihr macht im Moment diese Rund­reise durch Europa als „Cara­vana Infor­ma­tiva“. Was sind die Ziele dieser Rund­reise und welche Erfah­rung hast Du bisher gemacht?

Ich möchte gerne erklären, wie und warum ich hier bin. Denn anschei­nend gibt es hier eine Kampagne, die unsere Rund­reise diskre­di­tieren und diffa­mieren soll. In meinem Land gibt es ein Infor­ma­ti­ons­mo­nopol und die Medi­en­be­richt­erstat­tung ist sehr pola­ri­siert. Es gibt sehr viel Desin­for­ma­tion. Deshalb wollen wir zum einen infor­mieren und anklagen und zum anderen aus eigener Erfah­rung berichten, was in meinem Land los ist.

Wir sind drei Frauen, die diese soge­nannte  Infor­ma­ti­ons­ka­ra­wane der inter­na­tio­nalen Soli­da­rität mit Nica­ragua durch­führen. Unter­stützt werden wir von Nicaraguaner*innen im Ausland, aber auch von soli­da­ri­schen Gruppen, die es schon seit den 80er Jahren gibt. Bisher waren wir in Däne­mark, Schweden, Belgien und Frank­reich. Ich bin jetzt hier in Deutsch­land und die anderen beiden Frauen in Spanien. Wir sehen, dass viele Europäer*innen noch das Bild von Nica­ragua zu Zeiten der Revo­lu­tion mit sich herum­tragen und Daniel Ortega als eine Figur sehen, die diese Revo­lu­tion reprä­sen­tiert. Aber inzwi­schen sind 40 Jahre vergangen und Daniel Ortega reprä­sen­tiert nicht mehr die Werte von damals. Daher ist es wichtig, über die Verän­de­rungen in meinem Land hier zu berichten.

Darüber hinaus wollen wir Menschen­rechts­gruppen treffen, damit die Menschen­rechts­ver­let­zungen ange­klagt werden und wir Unter­stüt­zung bekommen. Außerdem suchen wir  Kontakt zu Parla­men­ta­riern. So war ich zum Beispiel in Straß­burg als die Nica­ragua-Reso­lu­tion des EU-Parla­ments verab­schiedet wurde. Danach haben wir uns mit Abge­ord­neten und Vertreter*innen des „Euro­pean External Action Service“ in Brüssel getroffen. Wichtig ist uns, die Unter­stüt­zung für unsere Forde­rungen auch öffent­lich sichtbar zu machen.

Welche Erfah­rungen habt ihr bisher auf der Rund­reise gemacht?

Ich war vorher noch nie im Flug­zeug gereist und war auch noch nie in Europa gewesen. Ich musste in meinem Leben noch niemals das tun, was ich gerade tue. Es ist ganz schön anstren­gend, denn es gibt täglich neue Akti­vi­täten in neuen Ländern. Und während hier alles schläft, passieren in Nica­ragua schreck­liche Dinge und ich muss am nächsten Morgen darüber infor­miert sein. Gene­rell werden wir gut empfangen, es gab aber auch unan­ge­nehme Situa­tionen, etwa in Schweden, mit einer Gruppe, die offen­sicht­lich der Regie­rung nahe stand. In Lund traten wir zusammen mit Amnesty Inter­na­tional auf und ein Vertei­diger von Ortega stellte unsere Infor­ma­tionen in Frage und behaup­tete später in den sozialen Medien, wir hätten Geld für Waffen und Bomben gesam­melt. Auch Telesur und RT verbrei­teten diese Lügen und behaup­teten, wir wären von der Rechten und dem CIA finan­ziert. Folg­lich erhielten wir auch Drohungen in Stock­holm. Dort inter­ve­nierten zwei Chilenen und riefen Parolen wie „Ortega wird nicht gehen“, griffen uns verbal an und sagten, man wisse ja, was mit uns später passieren würde. Dieser spür­bare Hass beun­ru­higt uns sehr. In Frank­reich war eine öffent­liche Veran­stal­tung vorge­sehen, aber eine Gruppe von „Boli­va­rianos“ rief dazu auf, die Veran­stal­tung zu behin­dern. Wir wussten in dem Moment nicht, ob sie  Gewalt anwenden würden. Uns erreicht also die Bedro­hung auch hier in Europa, womit wir nicht gerechnet hatten. Wir machen uns zudem Sorgen um unsere Rück­kehr nach Nica­ragua. Wir wissen, dass solche Diffa­mie­rungen zu Straf­an­zeigen wegen konstru­ierter Straf­taten führen können. Schon andere Aktivist*innen wurden so krimi­na­li­siert.

Kannst Du uns bitte Deine persön­li­chen Erfah­rungen und Eindrücke vom ersten Tag des natio­nalen Dialogs schil­dern?

Ich bin 20 Jahre alt. Diesen ersten Tag des natio­nalen Dialogs werde ich bestimmt in meinem ganzen Leben nicht vergessen. Es war ein histo­ri­scher Moment, da Ortega in all den Jahren zuvor niemals Menschen zuge­hört hat, die nicht zum regie­rungs­treuen Lager gehören. An diesem Tag, dem 16. Mai, gab es bereits mehr als 60 Ermor­dete, und wir kamen natür­lich mit sehr viel Schmerz dahin. Und als wir den direkten Schul­digen dieses Massa­kers gegen­über­standen, war das sehr heftig. Ich erin­nere mich beson­ders daran, dass Ortega mit mehr als 400 Poli­zisten kam, die bis an die Zähne bewaffnet waren, zudem mit fünf gepan­zerten Mercedes-Benz, mit zwei Hubschrau­bern – eine voll­kommen absurde Szene! Er führte uns sein ganzes Arsenal vor und seine ganze Macht. Auf der anderen Seite zeigte dies aber nur seine Schwäche und seine Angst. Aber das rief uns natür­lich sofort in Erin­ne­rung, was wir auf den Straßen erlebt hatten, die Schüsse, die Gewalt, die Morde. Wir haben versucht, Ruhe zu bewahren und unsere Forde­rungen klar vorzu­bringen, aber in diesem symbo­li­schen Moment mussten wir auch die Stimmen der Menschen von der Straße erlebbar machen. Natür­lich ist es mir schwer gefallen, Ortega die Namen der mehr als 60 Ermor­deten an diesem Tag vorzu­lesen, aber der Moment erfor­derte es einfach. Schließ­lich hatte Ortega vorher gesagt, dass die Polizei nicht den Auftrag zur Repres­sion gehabt hätte und sie niemals geschossen hätten, was eine brutale Belei­di­gung all der Ermor­deten und eine Leug­nung von all dem war, was wir selbst erlebt hatten. Heute erkenne ich mich manchmal in diesem Moment nicht wieder, es war eine Art Entper­sön­li­chung. Ja es war meine Stimme, ja, ich war dort und erin­nere mich, was ich gefühlt habe, aber es war die Stimme von allen und ich habe gesagt, was alle gesagt hätten in diesem Moment. Es war auch ein macht­voller Moment für die ganze Gesell­schaft und ein Moment, in dem wir Anspruch erhoben auf die Kämpfe, die wir geführt haben, und sie sichtbar machten. Und auf der anderen Seite habe ich Ortega gesehen, wie er um jeden Preis an der Macht bleiben will und sich nicht im Geringsten um die Belange der Bürger*innen kümmert. Es war ein sehr heftiger Tag für mich.

Es gab letzte Woche ein Video, in dem Frauen in einem Barrio zu sehen waren, die unbe­waffnet den Poli­zisten mutig entge­gen­ge­treten sind und denen es gelungen ist, sie aus ihrem Barrio zurück­zu­drängen. Wie siehst Du gene­rell die Rolle der Frauen?

In den gegen­wär­tigen Protesten erobern sich die Frauen eine aktive Rolle in der Gesell­schaft zurück. Während der Revo­lu­tion gab es ja wich­tige Frauen, wie etwa Dora María Tellez, Mónica Balto­dano oder Arlen Siu, die entschei­dend waren für den revo­lu­tio­nären Prozess, später aber keine wich­tigen Posten erhalten haben. Wir haben natür­lich in unserem Land eine starke Macho-Kultur, zugleich gab es aber immer auch starke Frauen. Im häus­li­chen Bereich sind es ohnehin immer die Mütter, die das letzte Wort haben. Heute sehen wir, wie sich Frauen mit Koch­töpfen den Poli­zisten und Para­mi­li­tärs entge­gen­stellen; das beweist eine beson­dere Macht und  große Kraft. 

Auch in der Student*innenbewegung achten wir darauf, dass Frauen in Erschei­nung treten, nicht um eine Quote zu erfüllen, sondern weil wir einfach da sind, weil wir Fähig­keiten haben und weil wir in der ersten Reihe stehen. Ich habe sogar junge Frauen mit Morteros (Granat­wer­fern) an den Stra­ßen­sperren gesehen. Wir sind präsent und es ist wichtig, dass sich die alten machis­ti­schen Muster nicht wieder­holen, wonach es die masku­linen Figuren sind, die die Befreier des Landes sind. Unsere neue Kultur sollte in allen Berei­chen inklu­siver sein.

Frauen müssen heute bekannte Stereo­type durch­bre­chen. Das ist Teil unseres Kampfes und bestimmt nicht einfach. Sowohl ich wie auch andere junge Frauen haben oft machis­ti­sche Kommen­tare gehört, aber wir kämpfen auch dagegen. Deshalb ist eine wich­tige Parole bei uns: „La revo­lu­ción será femi­nista o no será“ („die Revo­lu­tion wird femi­nis­tisch sein oder sie wird nicht statt­finden“). Das ist sehr radikal, passt aber genau in unseren Kontext. Schließ­lich haben wir einen Präsi­denten, der ein Verge­wal­tiger ist, der seine eigene Stief­tochter sexuell miss­braucht hat, der straf­frei geblieben ist und alle diese auto­ri­tären Modelle vorlebt und wieder­holt.

Wenn wir ein besseres Nica­ragua wollen, müssen wir diese Modelle durch­bre­chen. Deshalb sind für mich solche Menschen wie Fran­cisca Ramírez, die Bauern­füh­rerin, so wichtig, da ich mich durch sie reprä­sen­tiert fühle und sie bewun­dere. Diese Frauen müssen sichtbar werden im Land, da neue Gene­ra­tionen somit ein anderes Bild bekommen und sich neue Räume für sie öffnen werden.

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