Die Paramilitärs, das sind wir, die bewaffneten Sandinisten.“

Es gibt viele offi­zi­elle und halb­of­fi­zi­elle Versionen darüber, ob es Para­mi­li­tärs gibt und wer sie sind. Daniel Ortega bestritt zunächst, dass es Para­mi­li­tärs gäbe. Dann sagte er, das seien rechte Terro­risten. Dann waren es auf einmal Menschen, die sich zur Selbst­ver­tei­di­gung zusam­men­ge­schlossen haben. Später wiederum hieß es, dass es sich bei ihnen um frei­wil­lige Poli­zisten handele. Edén Pastora erzählte vor laufenden Kameras, dass Ortega persön­lich den Befehl gegeben habe, die Barri­kaden des letzten Sommers mit Gewalt aufzu­lösen. Poli­zei­chef Fran­cisco Díaz erklärt demge­gen­über, dass die Para­mi­li­tärs in Wirk­lich­keit ganz normale Poli­zisten, nur in anderen Uniformen seien. Jetzt kommt der Jour­na­list William Grigsby, ein sandi­nis­ti­scher Intel­lek­tu­eller, der in früheren Jahren infor­ma­tiven und kriti­schen Jour­na­lismus betrieben hat, mit seiner Stel­lung­nahme der Wahr­heit einen Schritt näher, dass die Para­mi­li­tärs nämlich nichts anderes, als bewaff­nete Anhänger Ortegas seien, die durchaus mit der Polizei zusam­men­ar­beiten, aber, wenn es ihnen richtig erscheint, ihre Waffen auch ohne Polizei zum Einsatz bringen.

William Grigsby: „Wir haben das legi­time Recht, uns zu vertei­digen … wir sind keine Feig­linge, die man einfach töten kann … wenn die Polizei handelt, so ist das in Ordnung … und wenn sie nichts macht, ist das auch egal … denn wir sind darauf vorbe­reitet … wenn die Polizei gegen die Proteste nicht ankommt, dann stehen wir bereit, denn wir haben das Recht auf Vertei­di­gung … wir sagen es ganz offen: … die Para­mi­li­tärs … das sind wir, die bewaff­neten Sandi­nisten! … Ja und? … Ja und?“
(Hier im Original-Inter­view)
Über­set­zung: Matthias Schindler