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Rum oder Gemüse? Film- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Klimagerechtigkeit

Jul 25, 19:00-21:30

Bald werden wir 10 Milliarden Menschen sein. Die Frage stellt sich immer dringender: Wie werden wir alle satt? Soll die Landwirtschaft zuerst die Ernährung der Bevölkerung sichern oder soll sie Einkommen, Gewinne und Exportgüter erzeugen? In wessen Händen liegt das Land? Wird auf nachhaltige Weise produziert? 2,6 Milliarden Menschen, fast 40% der Weltbevölkerung, leben von der Landwirtschaft, knapp die Hälfte der Menschheit lebt auf dem Lande. Kleinbäuerliche Familien produzieren den größten Teil aller Lebensmittel (in Asien und Afrika rund 80%) und bewirtschaften etwa 60% der weltweiten Ackerflächen, häufig schlechtere, nicht bewässerte Böden.
Es ist die kleinbäuerliche Landwirtschaft, die auf nachhaltige Weise vor allem Nahrung für die lokale Bevölkerung produziert. Selbstversorgung, lokaler und regionaler Handel sollen Vorrang vor Exporten und Welthandel haben. Zur Begründung wird auf den Umstand verwiesen, dass Hunger und Unterernährung hauptsächlich die Landbevölkerung treffen.
Den Gegenpol bilden industrialisierte Monokulturen: Mit der industrialisierten Landwirtschaft werden zwar die Erträge gesteigert, gleichzeitig aber mit immensem Ressourceneinsatz, an Düngemitteln, Saatgut, Pestiziden, Herbiziden und Gentechnik. Zudem wächst der Flächenverbrauch und das Land degradiert. Bedingt durch unseren Lebens- und Konsumstil und den Import von Futtermitteln und Agrosprit verbrauchen wir 3,7-mal so viel Fläche wie sich in NRW für die landwirtschaftliche Nutzung eignet. Zum Beispiel müssen in Deutschland nach der “Bio-”Spritverordnung bis 2020 schrittweise 12 Prozent des Treibstoffs aus Agrosprit hergestellt werden. Die Quoten für Agrotreibstoffe, z.B. aus Zucker, Raps oder Mais produziert, sollen dem Klimaschutz dienen. Allerdings fallen durch den Anbau der Pflanzen gleichzeitig Flächen für Nahrungsmittel weg. Der Anstieg der Produktion von Zuckerrohr und Palmöl aufgrund der erhöhten Nachfrage nach Agrosprit, hat u.a. in Zentralamerika fatale Folgen. Der Anbau schädigt sowohl die Umwelt als auch die Gesundheit der Menschen. Um große Flächen Zuckerrohr anbauen zu können, kaufen Großkonzerne immer mehr Land und entziehen den Klein-Bäuerinnen und -Bauern somit die Subsistenzgrundlage. In Nicaragua hat die drastische Erhöhung der Produktion von Bioethanol auf Zuckerrohrplantagen zu einem Anstieg des Pestizideinsatzes und vermehrten Auftreten von Niereninsuffizienz mit Todesfolge geführt.
Welche Folgen entstehen durch Monokulturen, wie dem ansteigenden Zuckerrohranbau in Zentralamerika und wie wirkt sich Landgrabbing (der Kauf von Ländereien durch Großkonzerne) und der damit verbundene Verlust der Subsistenzgrundlage für die Klein-Bäuerinnen und –Bauern aus? Wie wirkt sich das Freihandelsabkommens „ADA“ zwischen der EU und Zentralamerika auf die Exportquote für Agrarprodukte wie Palmöl oder Ethanol aus Zuckerrohr in Richtung EU aus, die nach der Ratifizierung des Abkommens zollfrei importiert werden können?
Der Film „Rum oder Gemüse?“ (50 Minuten) zeigt dieses Spannungsfeld zwischen Ernährungssouveränität und Exportproduktion in Nicaragua und Kuba und die Mühen der Bäuer*Innen um eine klimaschonende Landwirtschaft; anschließend wollen wir darüber mit einem der Filmemacher (Informationsbüro Nicaragua) diskutieren.
Finanziert aus Mitteln des: In Kooperation mit dem

Details

Datum:
Jul 25
Zeit:
19:00-21:30
Veranstaltungskategorie:

Veranstalter

Bildungsforum, Robertstr.5a, Wuppertal
Informationsbüro Nicaragua e.V.

Veranstaltungsort

Die Falken
Robertstrasse 5a
Wuppertal,
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