Leb wohl, Magaly

Magaly Quin­tana starb am frühen Morgen des 5. Mai an einem Schlag­an­fall. Sie war Teil der starken femi­nis­ti­schen Bewe­gung Nica­ra­guas und hat es geschafft, daß Femi­zide in einem Land als solche aner­kannt werden mußten, das unter der Regie­rung Ortega/Murillo darauf orien­tierte, Gewalt gegen Frauen als inner­fa­mi­liäre Konflikte herun­ter­zu­spielen. So wurden die offi­zi­ellen Statis­tiken oft geschönt, indem Ärzte oder auch die Polizei von natür­li­chen Todes­ur­sa­chen spra­chen. Jahre­lang hat Magaly mit ihrer Gruppe “Katho­liken für das Recht auf freie Entschei­dung”, die sie um die Kampagne für das Recht auf legale Abtrei­bung gegründet hatte, Statis­tiken über Femi­zide erstellt und das Thema in die Öffent­lich­keit gebracht.

Wir haben Magaly in den 80er Jahren kennen­ge­lernt, als sie in Mata­g­alpa mutig die ersten unab­hän­gigen Frau­en­gruppen mit aufbaute. Wir hatten damals im Infor­ma­ti­ons­büro Nica­ragua einen eigenen Frau­en­schwer­punkt und machten in Deutsch­land eine Rund­reise mit Magaly und anderen Frauen, um darüber zu berichten, wie sie das Thema „Gewalt gegen Frauen“ auch gegen den Wider­stand der FSLN in der Öffent­lich­keit thema­ti­sierten. Wir erin­nern uns sehr gut an ihre Energie, ihren Witz und ihr Lächeln. Und daran, daß sie empört war, daß es in Deutsch­land nicht wirk­lich gute rote Bohnen gab.

Als Erin­ne­rung an sie haben wir einen Nachruf von Dora Maria Tellez über­setzt. Magaly, Du wirst uns fehlen.

Grüsse aus Wuppertal
Barbara Lucas und das Team des Info­büros

2019-5-5 DMT Nachruf Magaly Quin­tana

Hier auch der inzwi­schen in den Latein­ame­rika Nach­richten erschie­nene Nachruf.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.