Unterstützen und Mitmachen

Spenden für das politische Engagement gegen die Repression in Nicaragua

Vor mittlerweile anderthalb Jahren, am 18. April 2018, begannen in Nicaragua die Proteste von Rentner*innen und Studierenden gegen eine geplante Reform der Sozialversicherung. Die Proteste wurden von der Regierung von Daniel Ortega und Rosario Murillo brutal unterdrückt. Was folgte, war ein Monate andauernder, landesweiter Aufstand; über 300 Menschen starben, Zehntausende gingen ins Exil. Heute gibt es im Land noch immer kleinere Demonstrationen und Proteste, die Gesellschaft ist tief gespalten.

Ein Einzelschicksal?

Macarena musste im September Managua verlassen und kam nach Wuppertal. Die junge Frau setzte sich in Nicaragua für eine demokratische und gerechte Zukunft ein. Das ist das Verbrechen, für das sie der Staat verfolgt. Ihr Zuhause musste Macarena bereits kurz nach Beginn der massiven Proteste gegen das Regime von Daniel Ortega und Rosario Murillo verlassen. Weil sie bereits im April mutig auf die Straße ging und Teil der Studierendenproteste war, tauchte sie unter. Die Flucht ins Ausland ist teuer aber auch die Flucht innerhalb des Landes ist kostspielig. Macarena brachte auch andere Menschen in sichere Häuser und versorgte diese mit Reis und Bohnen. Für die Verletzten an den Universitäten organisierte sie Medizin. Dabei war sie nicht allein. Ihre Freund*innen Carla und Victor wurden nun gefangen genommen und wegen „Terrorismus“ angeklagt. Davor unterstützten sie selbst Familien der politisch Gefangenen. Die Angehörigen brauchen Geld für die Reise zu den Gefängnissen. Viele verlieren ihre Arbeit und müssen trotzdem sich und die Gefangenen mit Essen versorgen. Die Menschen brauchen Geld um ihr Leben und ihre Unversehrtheit zu schützen und zu verteidigen.

Das Engagement von Menschen wie Macarena ist dringend auf Spenden angewiesen. Das Informationsbüro Nicaragua pflegt seit Jahren vertrauensvolle Beziehungen zu sozialen Bewegungen in Nicaragua. Dadurch kennen wir nicht nur Menschen in der Hauptstadt, sondern auch in den anderen Regionen des Landes. Die Spenden für Anti-Repression erreichen somit auch Menschen jenseits der Zentren.

Macarena sagt, dass ihr politisches Engagement hier in Deutschland weitergeht. Sie will den Menschen erzählen, wie sie und ihre Freund*innen sich gegen die schreckliche Gewalt in ihrem Land einsetzen. Die Aktivistin wünscht sich, dass die Menschen in Deutschland zuhören und Aktivist*innen wie Carla und Victor unterstützen. Darum bitten wir Euch hiermit ganz herzlich: Jeder Euro ist wertvoll. Bitte spendet jetzt für das politische Engagement gegen die Repression in Nicaragua!

Spendet an:

Informationsbüro Nicaragua e.V.

IBAN DE56 3305 0000 0000 9767 38

Stichwort: Anti-Repression

PS: Egal wie viel – Jeder Euro hilft den Menschen in Nicaragua in ihrem Kampf für Demokratie und Gerechtigkeit. Spende jetzt!

Hintergründe zum Spendenaufruf

Macarena wurde in Nicaragua wegen ihres politischen Aktivismus verfolgt und musste deshalb nach Deutschland fliehen. Sie möchte ihre Situation dafür nutzen, um auf die Geschehnisse in Nicaragua aufmerksam zu machen und die internationale Öffentlichkeit zu erreichen. Im Gespräch mit dem Informationsbüro schilderte sie ihre Sichtweise auf die  bereits mehr als 5 Monate andauernde - soziopolitische Krise:

Eine andauernde Unsicherheit bestimme das Leben der Menschen, sagt Macarena. Seit dem 18. April protestieren die Menschen in Nicaragua gegen das Ortega-Murillo Regime und fordern die Demokratisierung des Landes, die Aufklärung der begangenen Menschenrechtsverletzungen und den Rücktritt der Regierung Ortega-Murillos. Bislang ohne Erfolg. Sie erklärt, dass die Polizei und paramilitärische Gruppen die Protestbewegung weiterhin massiv unterdrücken und dabei mit brutaler Gewalt vorgehen. Während des Konflikts starben bisher 314 Menschen und mehrere Tausend wurden verletzt (CENIDH). Trotzdem bleibe die Protestbewegung aus der Zivilgesellschaft standhaft und stehe furchtlos für ihre Meinung ein, so Macarena. Sie betont den Mut der Menschen angesichts der Repression, die auch gerade durch die Änderung des Gesetzes der Meinungsfreiheit und der Einführung des neuen Anti-Terrorismus-Gesetzes (No. 977) ausgeht. Als Aktivist*in ist Macarena über die Situation der politischen Gefangenen aus erster Hand informiert. Sie berichtet über die die grauenhaften Bedingungen in Haft, bei der Gewalt, sexuelle Übergriffe und Folter an der Tagesordnung stehen. Die Gefangenen bekommen außerdem nur etwas zu essen, wenn ihre Familien dafür aufkommen, da das bereit gestellte Essen ungenießbar ist. Tausende Aktivist*innen mussten innerhalb des Landes in Sicherheitshäusern untertauchen und leben in ständiger Angst entdeckt zu werden. Macarena betont, wie wichtig es sei, den zivilen Widerstand zu unterstützen und hofft dabei auch auf eine internationale solidarische Unterstützung. Das Leben auf der Flucht – innerhalb und außerhalb des Landes – ist kostspielig. Den Aktivist*innen fehlt es an finanziellen Mitteln, um überhaupt eine Grundversorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten gewährleisten zu können. Außerdem müssen viele, die nicht das Glück haben kostenlos verteidigt zu werden, für die Anwaltskosten in Prozessen privat aufkommen, so Macarena. Macarena hebt auch die gravierenden wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Krise hervor: Bisher wurden mehr als 340.000 Menschen entlassen und es gab einen allgemeinen Einbruch der Wirtschaft, da die Hauptbereiche – wie Tourismus und ausländische Investitionen – weggefallen sind (El País). Macarena sorgt sich, dass sich die Situation in Nicaragua zu einem Bürgerkrieg zuspitzen könnte.

Kein Einzelschicksal!

Auch die 24-jährige Medizinstudentin Amaya Coppens ist eines der Gesichter dieser Revolte. Sie wurde am 10. September 2018 festgenommen und verbrachte neun Monate im Gefängnis. Erst am 11. Juni 2019 kam Coppens im Rahmen einer Amnestie wieder frei. Im Gespräch mit Radio onda wirkt sie erschöpft, aber auch entschlossen. Sie hält es für eine moralische Verpflichtung, weiter mit dem Oppositionsbündnis Unidad Nacional Azul y Blanco für ein Ende des „Regimes“ von Ortega und Murillo und für die Wiederherstellung von Demokratie, Gerechtigkeit und Meinungsfreiheit in Nicaragua zu kämpfen. Im Radio onda des Nachrichtenpool Lateinamerika schildert sie ihre Situation:

https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/das-regime-muss-weg/

 

Rechtshilfefonds: Verteidigung der Gebiete und natürlichen Ressourcen der indigenen Völker an der Karibikküste Nicaraguas

Der Frieden und die Entwicklung der nicaraguanischen Karibikküste erfordern die Legalisierung indigener und afro-indigener Gebiete zur Sicherung des kommunalen Eigentums und der Umweltgerechtigkeit. Dies sollte mit einem Dialog und einem Konsens über Vorschläge zwischen dem nicaraguanischen Staat und den indigenen Völkern einhergehen, begleitet von Strategien zur Nutzung internationaler Menschenrechtsmechanismen im Rahmen des Aufbaus einer Kultur des Friedens. Unser Rechtshilfefonds unterstützt die Verteidigung indigener Gebiete durch strategischen Rechtsbeistand. Er steht unserer Partnerorganisation CEJUDHCAN (Centro por la Justicia y Derechos Humanos de la Costa Atlántica de Nicaragua) zur Verfügung, damit sie weiterhin Aktionen strategischer Rechtsstreitigkeiten und Lobbyarbeit in symbolischen Fällen zur Verteidigung der Gebiete und natürlichen Ressourcen der indigenen Völker an der Karibikküste Nicaraguas fördern kann.

Kolonisierung hält weiter an

Zwar hat der Staat Nicaragua 23 indigene und afro-indigene Gebiete mit 304 Gemeinschaften abgegrenzt und ihnen kollektive Rechte auf Herrschaft, Besitz, Besetzung und Nutznießung gemäß ihren traditionellen Formen des kommunalen Eigentums gewährt. Obwohl diese Gebiete bereits markiert sind, ist die „Sanierung“ (d.h. Rückführung von weißen Siedlern die hier nicht traditionell wohnen), noch nicht abgeschlossen. Der nicaraguanische Staat hat die notwendigen Mechanismen zur Durchsetzung des Gesetzes über die Rechte der indigenen Völker noch nicht geschaffen. Die Unterlassung der „Sanierung“ hat zu Gewalt in den Gemeinden geführt, indem Kolonisten/Dritte weiter in die indigenen Gemeinden massiv eindringen und diese kolonisieren. Im Fall der Miskitu-Bevölkerung an der Karibikküste führte die Anwesenheit von Siedlern oder Dritten in indigenen Gemeinschaften seit 2014 zu Gewaltsituationen, die von Entführungen, dem Verschwinden von Menschen bis hin zur Ermordung indigener Führer reichten; Siedler reißen die Gebiete und Lebensgrundlagen indigener Völker an sich, beeinträchtigen ihre land- und forstwirtschaftlichen Obst- und Arzneipflanzensysteme, von denen der Bestand dieser Völker abhängt, und vertreiben sie dadurch gewaltsam aus ihren traditionellen Gebieten. Die Auswirkungen der Invasion der Kolonisten sind verheerend und gefährden das Leben der Mitglieder der Gemeinschaften, die historische Kontinuität der indigenen Völker und die Existenz von Mutter Erde selbst.

Was unser Rechtshilfefonds für CEJUDHCAN leisten kann

Mit dem Rechtshilfefonds möchte CEJUDHCAN folgende Probleme lösen:
A) Eingeschränkter Zugang zur Justiz, um die letzte Phase der territorialen Abgrenzung abzuschließen: Technische und rechtliche Beratung wird angeboten, um einen Konsens über Vorschläge der 12 indigenen Gemeinschaften mit Schutzmaßnahmen zur territorialen "Sanierung" zu erzielen.
B) Kriminalisierung von Führungskräften und Gemeindemitgliedern in Gemeinschaften und Menschenrechtsaktivisten: Gerichtsverhandlung in symbolischen Fällen der Verletzung der Rechte indigener Völker.
C) Die Nichteinhaltung der internationalen Menschenrechtsmechanismen des Interamerikanischen Menschenrechtssystems der OAS durch den Staat Nicaragua: Es ist notwendig, die Umsetzung der Schutzmaßnahmen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission (IACHR) und der vorläufigen Maßnahmen der IACHR in Gang zu setzen. Ein vierteljährlicher Bericht über Menschenrechtsverletzungen und neue Vorfälle mit Gemeinschaften wird erstellt und vorgestellt. Erstellung von Schriftsätzen und Beteiligung an der Überwachung der Einhaltung von Schutzmaßnahmen.

Spendet an:

Arbeitsgemeinschaft Rechtshilfefonds in Mittelamerika:
IBAN: De83 3305 0000 0000 9171 79

Stichwort: Indigene Rechte in Nicaragua

PS: Egal wie viel – Jeder Euro hilft den Indigenen in Nicaragua in ihrem Kampf zur Legalisierung ihrer kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Rechte. Spende jetzt!

Mitmachen

Das Informationsbüro Nicaragua ist eine offene politische Gruppe mit einer ehren- und hauptamtlichen Struktur.

Wir trefen uns regelmäßig zu gemeinsamen Bürositzungen und dem Nicaragua Arbeitskreis. Dabei befassen wir uns mit aktuellen politischen Themen, den Entwicklungen in Nicaragua und planen Veranstaltungen und Publikationen. Wir freuen uns über jede ehrenamtliche Mitarbeit! Schreib uns gerne, wenn du Interesse hast beim Nica AK oder der BüSi mitzumachen.

Außerdem gibt es die Möglichkeit ein Praktikum zu absolvieren. Sende uns bei Interesse zunächst bitte eine formlose Anfrage per E-Mail.

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Fördermitglied des Nora Astorga e.V. werden

Der Förderverein Nora Astorga e.V. unterstützt parteiunabhängige Basisinitiativen, die sich aktiv und solidarisch für die Menschen in Mittelamerika einsetzen. Sein Schwerpunkt ist die Unterstützung des Informationsbüro Nicaragua e.V. Du kannst Förder*in werden!

Nora Astorga war eine der herausragenden Frauen der nicaraguanischen Revolution. Sie war 1977 als treibende Kraft an der Gründung von AMPRONAC, der Vorläuferin der sandinistischen Frauenorganisation AMLAE beteiligt. Die organisierten Frauen waren ein Eckpfeiler im Kampf gegen die Somoza-Dikatatur. Nach dem Sturz Somozas übte die Juristin hohe Positionen in der Justizverwaltung aus und repräsentierte das Land als Außenministerin. Sie starb 1988 an Krebs.

Der Förderverein Nora Astorga e.V. unterstützt das Informationsbüro Nicaragua durch den Aufbau eines Netzwerkes von Förder*innen. Du kannst Fördermitglied werden und die Arbeit des Informationsbüros Nicaragua mit monatlich 10 ,- Euro (oder mehr) unterstützen! Schreib uns bitte, wenn du Fördermitglied werden möchtest.

Spenden

In Zeiten knapper werdender Mittel (Einstellung der Förderung durch öffentliche Mittel; knapper werdende Projektzuschüsse etc.) sind wir zunehmend auf Spenden für unsere Öffentlichkeits- und Informationsarbeit angewiesen. Spenden an den Verein Informationsbüro Nicaragua sind steuerabzugsfähig.

Betreff: Öffentlichkeitsarbeit
IBAN: DE47 3305 0000 0000 9636 11
BLZ 330 500 00
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SWIFT-BIC: WUPSDE33

Spendenkonto Projekte in Nicaragua
IBAN: De56 3305 0000 0000 9767 38

Rechtshilfe in Mittelamerika:
IBAN: De83 3305 0000 0000 9171 79