Wahrheit und Gerechtigkeit gegen Straflosigkeit und Willkür unterstützen!

Der Kampf um Gerech­tig­keit ist gene­rell ein lang­wie­riger und komplexer Prozess, das zeigen die histo­ri­schen Erfah­rungen nicht nur in anderen latein­ame­ri­ka­ni­schen Ländern sondern auch die Erfah­rungen in Deutsch­land oder Spanien. Für Nica­ragua bedeutet die Forde­rung nach Gerech­tig­keit zugleich die Forde­rung nach dem Ende der Straf­lo­sig­keit (Impu­nidad), da bislang alle gesell­schaft­li­chen Umbrüche mit Amnes­tie­ge­setzen einge­leitet wurden und somit alle Menschen­rechts­ver­let­zungen und der damit verbun­dene Schmerz der Opfer und ihrer Ange­hö­rigen unauf­ge­ar­beitet blieben.

Fast immer sind es ausschließ­lich die Opfer, ihre Ange­hö­rigen und ihre Orga­ni­sa­tionen, die sich den Amnes­tien und der Straf­frei­heit wider­setzen, während poli­ti­sche Verhand­lungs­pro­zesse eher dazu tendieren, die Vergan­gen­heit unauf­ge­ar­beitet zu lassen. Gerade ange­sichts der Schwäche des Rechts­staates in Nica­ragua steht erneut zu befürchten, daß ein gesell­schaft­li­cher Über­gang durch einen Pakt besie­gelt werden könnte. Das kürz­lich verab­schie­dete Amnes­tie­ge­setz ist ja nach­ge­wie­sener Maßen vor allem eine Abso­lu­tion der Verbre­chen, die die Regie­rung, ihre Organe und die von ihr mobi­li­sierten Para­mi­li­tärs begangen haben und täglich weiter begehen.


Deshalb sollen schon jetzt Mass­nahmen ergriffen werden, die die gründ­liche Doku­men­ta­tion der began­genen Menschen­rechts­ver­let­zungen garan­tiert und entspre­chend Menschen hierfür quali­fi­ziert. 

Mit 2000 Euro aus dem Anti-Repres­si­ons­fond haben wir die Doku­men­ta­tion von Menschen­rechts­ver­let­zungen und die Schu­lung der Menschenrechtsverteidiger*innen für diese Art von Arbeit unter­stützt, damit es hoffent­lich einmal möglich sein wird, die began­genen Verbre­chen gesell­schaft­lich aufzu­ar­beiten, 

Diese Arbeit unter­stützen wir weiterhin mit Spenden aus dem Anti-Repres­si­ons­fond.